Coronavirus: Wie Sie sich schützen und wer sich testen lassen sollte

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Verbraucher sind verunsichert: Wie kann man sich vor dem Coronavirus schützen, wer sollte sich testen lassen und wo wendet man sich hin?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenn Sie Symptome für Corona aufweisen, sollten Sie sich testen lassen – und zwar, falls Sie Kontakt zu Corona-Kranken hatten, in einem Gesundheitsberuf arbeiten oder älter sind / Vorerkrankungen haben.
  • Zur Vorsorge gelten ähnliche Tipps wie gegen die Grippe: Händewaschen, Vorsicht beim Husten und ein gewisser Abstand zu krank wirkenden Menschen.
  • Zum Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen wird dringend empfohlen, alle Kontakte auf ein unerlässliches Maß zu beschränken, um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten.
Eine kranke Frau sitzt auf dem Sofa und niest in ein Taschentuch
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Um welches Virus handelt es sich und welche Erkrankungen verursacht es?

Das neuartige Coronavirus, SARS-CoV-2, kann in erster Linie Erkrankungen der Atemwege verursachen und Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, manchmal auch Durchfall. Bei schweren Verläufen können Atemprobleme oder Lungenentzündung hinzukommen. Deutsche Forscher haben im Kreis Heinsberg festgestellt, dass viele der dort von ihnen befragten Infizierten einen mehrtägigen Geruchs- und Geschmacksverlust beschreiben. Zum Beispiel konnten sie demnach ihr Shampoo nicht mehr riechen und Essen schmeckte ihnen fade.

Bei einem Teil der Patienten kann das Virus einen schwerwiegenden Verlauf nehmen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder chronische Grunderkrankungen hatten. Die ausgelöste Krankheit wird als COVID-19 bezeichnet. Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen Corona Virus Disease 2019.

Folge 1: Einkaufen in der Corona-Pandemie

In der ersten Folge des neuen Podcasts beschäftigen wir uns mit dem Thema "Einkaufen in der Corona-Pandemie". Themen: Hygieneregeln im Laden - Helfen Handschuhe? Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen? Wer hat das Hausrecht im Supermarkt?

Datum: 24. April 2020
Moderator: Oliver Havlat, Redaktionsleiter von verbraucherzentrale.de
Gast: Annalena Marx, Verbraucherzentrale Brandenburg

Welche Länder sind von Erkrankungen mit dem Coronavirus betroffen?

Das Virus verursachte im Dezember 2019 erstmals Erkrankungen in der chinesischen Provinz Wuhan. Inzwischen sind Länder rund um den Globus betroffen. In Deutschland hat die Bundesregierung drastische Einschränkungen des Alltagslebens verfügt. Schulen, Kitas, etliche Geschäfte und Freizeiteinrichtungen unterliegen besonderen Regelungen. Viele Bundesländer haben einschränkende Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und Pflegeheime erlassen. Denn das Coronavirus ist besonders für ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen und geschwächtem Immunsystem gefährlich.

Aktuelle Fallzahlen, betroffene Länder und Informationen zu Risikogebieten finden Sie beim Robert Koch-Institut unter www.rki.de/covid-19-risikogebiete und www.rki.de/covid-19-fallzahlen.


Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie übrigens auf unserer Übersichtsseite zum Thema.


Wann sollte man sich auf das Coronavirus testen lassen?

Nach anfänglicher Beschränkung auf Menschen mit konkreten Symptomen können auch Menschen einen Corona-Test bekommen, die keine Symptome haben, aber Kontakt zu Infizierten. Ziel ist es, möglichst alle Kontaktpersonen von Infizierten zu testen.

Wer also Kontakt zu jemandem hatte, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde, kann sich telefonisch beim Hausarzt oder unter der Nummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes melden - unabhängig davon, ob Symptome vorliegen. Außerdem sollen alle getestet werden, die stationär in ein Krankenhaus aufgenommen werden.

In all diesen Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, auch für Menschen, die privat versichert sind oder die keine Krankenversicherung haben. Grundlage ist eine Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums vom 8. Juni ("Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2").

Die Regelungen ändern sich aber je nach Infektionslage – und damit auch der Personenkreis mit Anspruch auf einen Test als Kassenleistung.

Seit 15. September 2020 sind Tests auf Covid-19 für Reiserückkehrer aus Nicht-Risikogebieten nicht mehr kostenlos. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind die Tests weiterhin kostenlos. Wer aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich in Quarantäne begeben und das zuständige Gesundheitsamt informieren.

Seit dem 8. August müssen Menschen, die aus einem Risikogebiet einreisen, zudem einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist, oder sich nach Ankunft - innerhalb von 72 Stunden - auf eine Corona-Infektion testen lassen. Wenn das Testergebnis negativ ist, kann die Quarantäne aufgehoben werden. Ab dem 1. Oktober soll die Quarantäne frühestens nach fünf Tagen mit einem Negativtest aufgehoben werden können.  Grundlage ist die Änderung der "Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2". Inwiefern die Quarantäne verkürzt werden kann, wird bis Anfang Oktober neu geregelt. Das hatten die Ministerpräsidenten der Bundesländer am 27. August 2020 so beschlossen. Die freiwerdenden Testkapazitäten sollen genutzt werden für mehr Tests in Schulen, Kindergärten, Pflegeheimen und Krankenhäusern.

Treten trotz Vorlage eines negativen Tests Symptome für eine Covid-19-Erkrankung auf, müssen sich Betroffene unverzüglich in Quarantäne begeben und das zuständige Gesundheitsamt informieren. Eine Quarantänepflicht besteht auch dann, wenn der Urlaubsort bei Reisebeginn noch kein Risikogebiet war. Die Quarantäne- und. Testpflichten legen die Bundesländer fest (Coronaeinreiseverordnung „CoronaEinrVO“).

In diesen Fällen ist der Corona-Test kostenlos:

  • Für Personen mit Covid-19-Symptomen und für Personen, die von der Corona-Warn-App den Hinweis „erhöhtes Risiko“ erhalten. In beiden Fällen rechnet der Arzt den Test bei gesetzlich Versicherten direkt mit der Krankenkasse ab.
  • Bei symptomfreien Menschen, die Kontakt zu Infizierten hatten, ist der Test für gesetzlich Versicherte und für Privatpatienten kostenfrei.
  • Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden weiterhin von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen (innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise)
  • Ordnet der Öffentliche Gesundheitsdienst Tests bei Menschen ohne Symptome an, etwa in Pflegeeinrichtungen, Schulen, vor einer Reha oder ambulanten Operation, zahlen dies ebenfalls die gesetzlichen Krankenkassen.

Wohin wenden Sie sich, wenn Sie sich testen lassen möchten?

Der erste Ansprechpartner ist der Hausarzt. Rufen Sie in der Praxis an und schildern Ihren Verdacht.

  1. Handelt es sich um eine leichte Atemwegserkrankung ohne Anzeichen für Corona, kann Sie der Hausarzt krankschreiben. Dazu müssen Sie im Normalfall nun wieder persönlich in die Praxis. Die Krankschreibung am Telefon ist ausgelaufen und seit Anfang Juni nicht mehr möglich.
  2. Bei diesem Termin sollten Sie bei Verdacht auf Corona räumlich oder zeitlich von anderen Patienten getrennt sein.
  3. Sollte zusätzlich ein Test auf das Coronavirus erforderlich sein, nimmt ihn der der Arzt entweder selbst vor oder informiert Sie darüber, wo Sie sich testen lassen können. Ist für diese Untersuchung eine Überweisung erforderlich, stellt Ihnen der Hausarzt eine aus. Achtung: Falls Sie als Verdachtsfall mit leichten Symptomen nach Rücksprache mit dem Arzt erst einmal zu Hause bleiben und es Ihnen dann doch schlechter geht, rufen Sie unverzüglich wieder beim Arzt an und geben Sie Bescheid!

Die telefonische Krankschreibung war eine Sonderregelung, die Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung wegen der Coronavirus-Krise getroffen hatten. Seit dem 1. Juni gilt nun wieder das reguläre Verfahren.

Ersteinschätzung zu Infektion auch telefonisch unter 116 117 möglich

Unter der Rufnummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdiensts können Sie nun auch eine telefonische Ersteinschätzung erhalten, ob sie möglicherweise an COVID-19 erkrankt sind.

Wählen Sie die Nummer und fragen nach der Ersteinschätzung, wird man Sie nach Patienten­daten wie Geschlecht und Alter, chronischen Krankheiten, Vorerkrankungen und Medika­tion, Leitsymptomen und Begleitbeschwerden abfragen. Das Ergebnis ist dabei keine Diagnose, sondern eine Einschätzung, wie dringlich eine Behandlung ist.

Sie bekommen außerdem eine Empfehlung, wer für Sie die richtige Anlaufstelle für eine Behandlung ist.

Mit dem digitalen Gesundheitslotsen können Sie via Chat in wenigen Schritten klären, ob Sie Symptome des Coronavirus aufweisen und erhalten eine Risikoabschätzung, ob es sich tatsächlich um Corona handeln könnte.

Weitere verlässliche Antworten und konkrete Informationen, wie Sie sich schützen und anderen helfen können finden Sie auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums https://www.zusammengegencorona.de.

Weitere Informationen zu Corona erhalten Sie auch bei den zuständigen Stellen in Ihrem Bundesland. Einige haben spezielle Telefonnummern geschaltet.

  • Verbraucher in Berlin können sich an die dortige Hotline wenden: 030 / 90282828, täglich von 8 bis 20 Uhr.

Corona-Selbsttest: Eignen sich Do-it-yourself-Tests für zu Hause?

Vermehrt werden Tests im Internet angeboten, die selbst durchzuführen und zu bezahlen sind. Die Test-Kits enthalten z.B. einen Tupfer für den Abstrich, einen Fragebogen und eine Verpackung. Auch wenn viele Menschen gerne Sicherheit hätten und sich einen Test wünschen, ist das nicht ratsam.

Die privat zu tragenden Kosten können eine Fehlinvestition sein:

  • Begrenzte Tests: Alle Menschen in Deutschland auf Coronavirus-Infektionen zu testen, ist logistisch nicht möglich. Der Berufsverband Deutscher Laborärzte betont, dass Tests nach medizinischer Notwendigkeit priorisiert werden müssen.
  • PCR-Test kompliziert: Der PCR-Test ist der genaueste Corona-Test, gleichwohl aber auch aufwändig und muss korrekt durchgeführt werden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sollten 2 Proben genommen werden: aus den oberen und den unteren Atemwegen. Das selbst richtig zu machen, kostet Überwindung.
  • Antikörper-Tests nur Momentaufnahme: Frei verkäuflich sind häufig Antikörper-Test. Doch Antikörper bilden sich meist erst ein bis zwei Wochen nach dem Beginn einer Infektion mit dem SARS-Cov-2-Virus. Zudem gibt es große Qualitätsunterschiede bei der Treffsicherheit der Tests. Ein negatives Ergebnis schließt daher eine Infektion nicht sicher aus, sondern müsste durch andere Laborverfahren bestätigt werden.
  • Hohe Fehleranfälligkeit: Viele Faktoren wie eine schlechte Probenqualität, ein unsachgemäßer Transport oder der falsche Zeitpunkt der Probenentnahme können das Ergebnis eines Selbsttests verfälschen. Zudem ist nicht klar, welche Labore mit welchen Qualitätsstandards die privaten Tests analysieren, die teils im Internet angeboten werden.

Wer charakteristische Erkältungssymptome zeigt und unsicher ist, sollte sich statt auf einen Corona-Selbsttest auf die bekannten telefonischen Hilfsangebote zurückgreifen. Die Gesundheitsexperten entscheiden dann, ob ein Test durchgeführt werden sollte oder nicht.

Schnelltests, mit denen eine Bestätigung der Infektion mit dem Coronavirus ganz alleine zu Hause durchgeführt und ausgewertet werden kann, ähnlich wie ein Schwangerschaftstest, gibt es bislang nicht.

Wie wird das Virus übertragen?

Man geht davon aus, dass die Übertragung überwiegend von Mensch zu Mensch durch Atemwegströpfchen erfolgt, wie bei der Grippe. Deshalb gilt Vorsicht beim Sprechen, Niesen und Husten.

Neben der Tröpfcheninfektion kommen auch Kontakt- und Schmierinfektionen in Betracht, weshalb eine gute Händehygiene sinnvoll ist.

Laut Robert Koch-Institut weisen - auch wenn eine abschließende Bewertung derzeit schwierig sei - bisherige Untersuchungen darauf hin, dass SARS-CoV-2-Viren auch über Aerosole im gesellschaftlichen Umgang in besonderen Situationen übertragen werden können. Daraus ergibt sich die Empfehlung, Räume, in denen sich mehrere Personen aufhalten, regelmäßig und gut zu lüften.

In der Regel können Betroffene für andere ansteckend sein, sobald die Symptome eintreten. In einigen Fällen können aber auch Patienten mit milden oder fehlenden Symptomen ansteckend sein.

Kann Corona durch Waren und Lebensmittel, z.B. aus China, übertragen werden?

Es ist unwahrscheinlich, dass die Coronaviren (SARS-CoV-2) über importierte Lebensmittel oder andere Waren, zum Beispiel importiertes Spielzeug, übertragen werden (Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), abgerufen am 27.2.2020). Denn in der Umwelt, besonders auf trockenen Oberflächen, sind die Viren nicht stabil. Sie werden innerhalb kurzer Zeit inaktiv und sind dann nicht mehr ansteckend.

Das BfR teilt außerdem mit, dass derzeit keine Fälle bekannt sind, bei denen nachgewiesen wurde, dass sich Menschen über Lebensmittel oder andere Produkte infiziert haben. Das gilt auch für andere Coronaviren.

Wie sollte ich mich in Quarantäne verhalten?

Im Kampf gegen Corona kommt es entscheidend darauf an, dass Erkrankte das Virus möglichst nicht weiter verbreiten. Für Betroffene und ihre Kontaktpersonen kann darum häusliche Quarantäne verhängt werden.

Achten Sie zu Hause darauf, die Zimmer regelmäßig zu lüften. Falls Ihr Hausarzt einen Verdacht auf Corona feststellt, muss er das dem Gesundheitsamt melden. Patienten, die nur leicht erkrankt sind, müssen nicht zwangsläufig in einem Krankenhaus aufgenommen werden, können aber unter häusliche Beobachtung gestellt werden. Wenn das Laborergebnis vorliegt, in der Regel wenige Tage später, wird das weitere Vorgehen vom Gesundheitsamt festgelegt.

Mehr zum richtigen Verhalten bei einer Quarantäne lesen Sie in unserem separaten Artikel.

Übrigens müssen Angestellte und Selbstständige keine Sorge vor Einkommenseinbußen haben. Wenn das Gesundheitsamt eine offizielle Quarantäne für Sie anordnet (zu Hause oder in einer Klinik), dann zahlt bei Angestellten in der Regel der Arbeitgeber weiter Lohn. Selbstständige erhalten eine Vergütung für ihren Verdienstausfall. Ausnahme: Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten soll es voraussichtlich keine Entschädigung für den Einkommensausfall durch Quarantäne mehr geben. Eine kurzfristige entsprechende Rechtsänderung wurde Ende August 2020 angekündigt. Dies soll aber nur gelten, wenn ein Land bereits zum Reiseantritt als Risikogebiet benannt war.

Informationen für Berufstätige rund um Corona finden Sie auch beim Bundesarbeitsministerium.

Wie lange dauert die Inkubationszeit?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tage beträgt, im Mittel etwa fünf Tage. Als Inkubationszeit wird der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung bezeichnet.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Infos, dass zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel vor Corona-Erkrankungen schützen, sind falsch! Mehr dazu lesen Sie hier. Vor allem in sozialen Medien werden solche Fake-News schnell verbreitet. Vertrauen Sie in Ihrem eigenen Interesse bitte den Aussagen aus seriösen Quellen wie zum Beispiel dem Robert Koch-Institut, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder den Ministerien. Einige Links finden Sie am Ende dieses Textes.

Nach bisherigem Wissensstand zu möglichen Übertragungswegen schützen

  • Husten- und Nies-Etikette,
  • Händehygiene
  • Mund-Nase-Bedeckungen und   
  • 1 bis 2 Meter Abstand zu krankheitsverdächtigen Personen.

Diese Maßnahmen sind übrigens immer sinnvoll: Sie schützen gerade in der Erkältungs- und Grippezeit auch vor einer Infektion mit anderen Erregern.

Viele Verbraucher waren beunruhigt, weil sowohl in den Apotheken, als auch in den Drogerien Händedesinfektionsmittel teilweise knapp wurden. Aber: Händewaschen ist eine ebenfalls sehr wirksame und einfache Methode, um sich und andere vor Infektionen zu schützen. Allerdings waschen viele Menschen ihre Hände zu kurz und reduzieren damit die Anzahl der Keime auf der Haut nicht wirksam. Gründliches Händewaschen sollte 20 bis 30 Sekunden dauern und umfasst 5 Schritte:

  1. Hände unter fließendes Wasser halten, Temperatur kann man so wählen, wie es einem angenehm ist.
  2. Hände gründlich einseifen: Handaußen- und -innenflächen, Fingerspitzen, Daumen und Fingerzwischenräume, Fingernägel.
  3. Seife 20 bis 30 Sekunden gründlich einreiben.
  4. Hände unter fließendem Wasser abspülen. In öffentlichen Toiletten Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellbogen schließen.
  5. Hände gründlich abtrocknen, in öffentlichen Toiletten am besten mit einem Einmalhandtuch.

Wenn keine Waschmöglichkeiten zur Verfügung stehen, sollte man zumindest vermeiden mit den Händen Mund, Augen oder Nase zu berühren oder mit den Händen Speisen zu essen.

Normale Seife ist ausreichend. Bisher gibt es keine Studien, die zeigen, dass die Verwendung von Seifen mit antimikrobiellen Zusätzen für die Allgemeinbevölkerung einen Nutzen bringt. Selbst wenn keine Seife vorhanden ist, reduziert das Waschen mit Wasser die Anzahl der Krankheitserreger.

Husten- und Nies-Etikette

  • Halten Sie beim Husten oder Niesen Abstand von anderen Personen und drehen sich weg.
  • Niesen oder husten Sie in ein Einwegtaschentuch, das sie anschließend entsorgen bzw., bei einem Stofftaschentuch, in die 60-Grad-Wäsche geben.
  • Waschen Sie nach Naseputzen, Husten oder Niesen immer die Hände!
  • Haben Sie kein Taschentuch griffbereit, husten oder niesen Sie in die Armbeuge und wenden sich dabei von anderen Personen ab.

Ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Schutz vor Atemwegserkrankungen sinnvoll?

Die Frage war anfangs umstritten. Die Bundesländer haben auf der Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eine Maskenpflicht beschlossen – die meisten seit dem 27. April. Den Zeitpunkt für Ihr Bundesland und die genauen Regelungen finden Sie z.B. auf der Internetseite Ihrer Landesregierung. Oft gilt die Maskenpflicht unter anderem in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr.
Der Hintergrund: Dort ist es nicht immer möglich, den korrekten Abstand zu anderen einzuhalten. Auch wenn Masken je nach Material die Viren nicht ganz aus der Atemluft filter, verringern sie aber wohl die Virenmenge, die durchkommt. Die zentralen Hygienemaßnahmen wie Händehygiene sollten dabei ebenfalls nicht vernachlässigt werden.

Wenn eine erkrankte Person einen Mund-Nasen-Schutz trägt, kann dadurch das Risiko einer Ansteckung anderer Personen beim Sprechen, Husten oder Niesen verringert werden. Dabei muss der Mund-Nasen-Schutz aber eng getragen und regelmäßig gewechselt oder gründlich gereinigt werden, weil er durch den Atem mit der Zeit feucht wird und die Virenbarriere dadurch schwindet.

Unbenommen davon sind die Empfehlungen für Atemschutzmasken für medizinisches Personal.

Ausführliche Informationen zu Mund-Nase-Schutz, auch zu selbstgemachten Masken, geben wir in einem separaten Artikel.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gegen das Coronavirus stehen zur Verfügung?

Eine spezifische Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung. Erkrankte werden entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes symptomatisch behandelt, z.B. mit Gabe von Sauerstoff, Flüssigkeit und Antibiotika bei bakteriellen Begleitinfektionen.

Quellen / weitere Informationen

Informationen der Bundesregierung zum Coronavirus

Informationen zum Coronavirus beim Gesundheitsamt Frankfurt

FAQ zu Corona beim Robert Koch-Institut

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (unter anderem zu Hygiene bei Husten und Niese sowie Händewaschen)

Bundesarbeitsministerium zu Fragen von Berufstätigen

Die Bundesregierung stellt außerdem Informationen zu Corona in Leichter Sprache bereit.

Der Verein Ethno-Medizinisches Zentrum hat einige Informationen zu Corona und den Regelungen in Deutschland auf verschiedene Sprachen übersetzt - damit Menschen mit Migrationshintergrund sich möglichst gut informieren können.