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Lieferdienste für Lebensmittel: Auch in Corona-Zeit gelten Kundenrechte

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Wir erklären, was Verbraucher machen können, wenn Lebensmittel nicht rechtzeitig geliefert werden oder verdorben sind. Und wir geben Tipps zur Bezahlung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch wenn die Lieferzeiten aktuell länger sind, müssen Händler sie angeben und einhalten.
  • Kommt die Lieferung nicht pünktlich, müssen Sie dem Lieferanten in der Regel eine Frist setzen. Verstreicht auch die, können Sie vom Vertrag zurücktreten.
  • Verdorbene Lebensmittel sollten Sie reklamieren und die Rechnung kürzen oder eine Nachlieferung verlangen.
Mann räumt Lebensmittelkisten aus einem Auto-Kofferraum
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Die Kontaktsperre während der Corona-Pandemie beschert Lieferdiensten von Lebensmitteln Hochkonjunktur. Viele Verbraucher scheuen momentan den Gang zum Supermarkt und ordern frische Waren und sonstige Lebensmittel bei Online-Händlern. Restaurants und Imbisse, die ihre Gäste vorerst nicht mehr in ihrem Lokal bewirten dürfen, haben ebenfalls auf Lieferung und Abholung ihrer zubereiteten Speisen umgestellt.


Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie übrigens auf unserer Übersichtsseite zum Thema.


Sind geliefertes Gemüse und Blattsalate beim Auspacken bereits schlapp oder riecht das gebrachte Essen unangenehm, muss das niemand schlucken. Auch in dieser angespannten Zeit haben Sie ein Recht auf einwandfreie Ware. Mangelhafte Lebensmittel sollten Sie deshalb beim Händler oder Restaurantbetreiber reklamieren. Die allgemeinen Regeln im Überblick:

Lieferbedingungen

Wenn Sie Waren zum Verzehr, Kochzutaten oder Fertiggerichte im Internet bestellen, müssen Sie derzeit oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Wer einen Online-Handel mit Lebensmitteln betreibt, muss jedoch einen Termin nennen, bis zu dem er die georderten Produkte liefert. Liefert er in dieser Zeit nicht, müssen Sie ihm erst eine Frist setzen, bevor Sie, wenn immer noch nichts kommt, aus dem Vertrag aussteigen können.

Ist jedoch erkennbar, dass Sie ab einem gewissen Zeitpunkt kein Interesse mehr an der Lieferung haben, geht eine Stornierung auch ohne weitere Fristsetzung. Ein Bespiel dafür sind etwa Waren zum Osterfest.

Widerruf einer Bestellung

Bei Waren, die nicht schnell verderben, können Sie auch von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen und sich somit ohne Angabe von Gründen und ohne Fristsetzung vom Vertrag lösen. Dieses Recht können Sie bis zu vierzehn Tage nach Lieferung der Ware nutzen. Werden sie nicht vom jeweiligen Anbieter über Ihr Widerrufsrecht belehrt, läuft die Frist sogar ein Jahr und vierzehn Tage.

Ist die bestellte Ware allerdings schnell verderblich oder beliefert der Unternehmer selbst häufig und regelmäßig Verbraucher mit Lebensmitteln (etwa bei der Lieferung eines wöchentlichen Biokorbs mit Obst und Gemüse) steht Ihnen kein Widerrufsrecht zu.

Bei Anbietern, die normalerweise keinen Lieferservice haben, sondern kurzfristig aufgrund der Ausgangsbeschränkungen auf ein Lieferangebot ausweichen, wird vielfach davon auszugehen sein, dass sie kein organisiertes Vertriebs- oder Dienstleistungssystem eingerichtet haben. Die telefonischen Bestellmöglichkeiten sind hier nur provisorisch. Für diese Betriebe besteht dann auch kein Widerrufsrecht.

Reklamation und Schadensersatz

Bei der Übergabe von Pizza, Pasta und Co. müssen Online-Dienste, Lebensmittelhändler und Restaurantbetreiber dafür geradestehen, dass die Ware in Ordnung ist. Verdorbenes Obst, aufgetaute Tiefkühlkost und mangelhaftes Essen können Sie zurückweisen und eine Neulieferung in einer angemessenen Zeit verlangen. Den Mangel dokumentieren Sie am besten sofort per Handyfoto.

Kommen Bringdienste der Aufforderung nicht nach, können Sie vom Vertrag zurücktreten oder den Kaufpreis mindern.

Sicheres Bezahlen

Wenn Sie Ihre Bestellung im Nachhinein per Rechnung und nicht bereits beim Ordern per Vorkasse begleichen, gehen Sie damit in vielerlei Hinsicht auf Nummer sicher: Sie sollten am besten immer erst zahlen, nachdem Sie die Ware erhalten haben. Dann müssen sie nicht ihrem Geld hinterherlaufen, wenn sie auf eine berechtige Rückzahlung pochen.

Gegen eine Zahlung bar auf die Hand spricht in Zeiten der Corona-Bekämpfung, dass mit dem Austausch von Geldscheinen auch die erhöhte Gefahr besteht, den aktuell geforderten Mindestabstand nicht einhalten zu können.