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Durstlöscher aus der Leitung

Pressemitteilung vom

Wer bei seiner täglichen Ernährung das Klima schonen will, sollte die Getränke nicht vergessen. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher greifen aus verschiedenen Gründen wie Geschmack, Nährstoffgehalt und Reinheit zu abgepacktem Mineralwasser. Doch Wasser aus der Leitung ist gesund, praktisch und deutlich besser für das Klima.

 

Mann schenkt Glas Leitungswasser ein
Off

In Deutschland wird kaum ein Lebensmittel so gut kontrolliert wie Leitungswasser. Mehr als 99 % der gemessenen Werte für Mineralstoffe entsprechen unserer Trinkwasserverordnung oder übertreffen diese bezüglich des Nährstoffgehalts deutlich. Dennoch herrscht offenbar Skepsis auf Verbraucherseite, denn der Pro-Kopf-Konsum von abgepacktem Mineralwasser ist in Deutschland von 131 Liter in 2010 auf 147,7 Liter in 2018 gestiegen.

Leitungswasser als Getränk ist preiswert
Bei einem Preis von 0,2 Cent pro Liter Leitungswasser kann kein Flaschenwasser auch nur annähernd mithalten. Hochgerechnet bekommt man für einen Euro 500 Liter einwandfreies Trinkwasser. Beim Discount-Flaschenwasser ergeben sich knapp 8 Liter, wohingegen man für das gleiche Geld nur 1 bis 2 Liter Markenwasser bekommt. Das Markenwasser ist also bis zu 500 Mal teurer.

Leitungswasser zu trinken, spart Energie und senkt die CO2-Emission
Bei der Aufbereitung von Flaschen- und Leitungswasser gibt es kaum Unterschiede in der CO2-Produktion. Beim Flaschenwasser kommen jedoch die Herstellung sowie das Abpacken in (Plastik-)Flaschen und die weiten Transportwege mit Lastkraftwagen hinzu. Auch der Weg mit der Wasserkiste vom Supermarkt bis zur Haustür wird gern mit dem Auto zurückgelegt. Dies belastet die Umwelt zusätzlich. Im Vergleich zu Leitungswasser ist der geschätzte Ausstoß an CO2-Äquivalenten* pro Liter Flaschenwasser um 170 Mal höher. Hier ergibt sich also ein sehr hohes CO2-Einsparpotential.

Leitungswasser ist einfach zu beschaffen
Wer kein Flaschenwasser kauft, spart neben dem Verpackungsmüll auch unnötiges Schleppen. Jeder kann eigene Flaschen an den extra dafür errichteten 96 Berliner Trinkbrunnen, welche zwischen Mai und Oktober in Betrieb sind, auffüllen. Auch die 62 Trinkwasserspender in öffentlichen Verwaltungsgebäuden sowie bei teilnehmenden Einzelhändlern und Gastronomiebetrieben sollten Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen. Diese Anlaufstellen sind durch den Refill-Aufkleber erkennbar.

Leitungswasser ist in der Regel unbedenklich
Entgegen der Erwartungen sind fast zwei Drittel aller abgepackten Mineralwässer mineralstoffarm. Häufig werden sie in dieser Hinsicht sogar von Leitungswasser überboten. Gerade das Berliner Leitungswasser ist reich an Calcium. Nur Leitungswasser, das in den Rohren stand, ist nicht mehr frisch. Langes Verweilen in der Leitung begünstigt eine Verkeimung und die Übertragung von Stoffen aus den Armaturen wie beispielsweise Nickel. Wasser zum Trinken oder Kochen sollten Verbraucherinnen und Verbraucher deshalb so lange laufen lassen, bis es kühl aus dem Hahn fließt. Vereinzelt befinden sich in Altbauten, die vor 1973 entstanden sind, noch Bleirohre. Wer zur Miete wohnt, sollte sich in diesem Fall an den Vermieter wenden. Rohre, deren Wasser den strengen Bleigrenzwert von 0,01 Milligramm pro Liter überschreitet, müssen von den Eigentümern ausgetauscht werden. Wichtig zu wissen: Auch stille Flaschenwässer sind nicht automatisch keimfrei. In jeder dritten Flasche konnte die Stiftung Warentest Keime nachweisen, die aber für gesunde Menschen unbedenklich sind.

Das Fazit von Saskia Erdmann, Mitarbeiterin im Projekt „Berlin is(s)t klimafreundlich“ der Verbraucherzentrale Berlin, ist daher eindeutig: „Das Trinken von Leitungswasser wirkt sich sehr günstig auf das Klima aus. Gleichzeitig sparen Verbraucherinnen und Verbraucher viel Geld.“

*entspricht Treibhausgasen wie Methan, Lachgas und CO2

Weitere Informationen:
https://www.verbraucherzentrale-berlin.de/leitungswasser-fragen-und-fakten-zu-dem-idealen-getraenk-34783

 

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