Ostersuche: Wo haben sich die fairen Hasen versteckt?

Pressemitteilung vom

Verbraucherzentrale Berlin testet Verfügbarkeit und Preise von fair gehandelten Schokoladen-Osterhasen

  • Marktcheck der Verbraucherzentrale Berlin zeigt: fair gehandelte Schokoladen-Osterhasen haben es in Supermärkten schwer.
  • Das Angebot in Berliner Einkaufsstätten wird beherrscht von den traditionellen Schmunzel- und Goldhasen.
  • Der Handel sollte Verbraucherinnen und Verbrauchern mehr Auswahl an fair gehandelten Schokoladenhasen anbieten.
Schokoladen-Osterhase versteckt sich in Wiese

Schokolade-Osterhase versteckt sich in der Wiese.

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Zu Ostern essen Verbraucherinnen und Verbraucher besonders viel Kakao und Zucker in Form von Osterhasen. Eine gute Möglichkeit, den fairen Handel zu unterstützen. Doch machen die Berliner Schoko-Hasen schon beim fairen Handel mit? Die Ernährungsexpertinnen der Verbraucherzentrale Berlin haben sich in acht Berliner Einkaufsstätten auf die Suche gemacht.

Sie mussten feststellen, dass es nur in drei Supermärkten fair gehandelte Osterhasen gab. Der Marktcheck zeigt, dass man zu Ostern nicht nur Eier, sondern auch fair gehandelte Schoko-Hasen intensiv suchen muss. Das Angebot in Berliner Einkaufsstätten wird beherrscht von Schmunzel- und Goldhasen, die nicht zwangsläufig preiswerter sind als fair gehandelte Schoko-Hasen. Hier sollte der Handel nachbessern und Verbrauchern die Möglichkeit geben, eine faire Wahl zu treffen.

Der Kauf fair gehandelter Osterhasen hat viele positive Effekte. „Nicht nur gerechtere Handelsbeziehungen werden gestärkt, auch bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Arbeiter- und Kleinbauernfamilien in den Herkunftsländern sowie ein umweltverträglicher Anbau der Rohstoffe werden gefördert“, erklärt Sabrina Schulz von der Verbraucherzentrale Berlin.

Fair geht nur mit Bio
Alle fair gehandelten Osterhasen waren Bio-Produkte. Sie enthalten sowohl fair gehandelten Kakao als auch fair gehandelten Zucker. Bio-Supermärkte stellen grundsätzlich eine gute Anlaufstelle für diese Produkte dar. Lediglich in einem Nicht-Bio-Supermarkt fanden die Ernährungsexpertinnen faire Hasen. Dort gab es auch den preiswertesten fairen Osterhasen für 2,65 Euro pro 100 g. Im Bio-Supermarkt müssen Verbraucher knapp doppelt so viel zahlen: 4,99 Euro pro 100 g. Wenn es dann noch vegan sein soll, kostet es sogar 7,97 Euro pro 100 g.

Großes Angebot an Fairtrade „light“
Das Siegel vom Fairtrade Kakaoprogramm war auf vielen Osterhasen zu finden, besonders bei Supermarkt- und Discounterware. Das Ostersortiment bei manchen Discountern besteht fast ausschließlich aus Produkten mit dem Kakaoprogramm-Siegel.

Hersteller, die sich dazu verpflichten, eine bestimmte Menge fair gehandelten Kakao zu kaufen, dürfen ihre Produkte mit dem Siegel des Fairtrade Kakaoprogramm schmücken. Trotzdem weiß man nicht, ob der faire Kakao in jedem Osterhasen steckt, geschweige denn fair gehandelter Zucker. Denn in welchem Lebensmittel die Hersteller den Fairtrade Kakao verarbeiten, ist nicht vorgeschrieben.

Der Marktcheck zeigte: Den günstigsten Kakaoprogramm-Hasen gab es für 76 Cent pro 100 g, den teuersten für 1,59 Euro pro 100 g.

Berlin ist Fairtrade Town
Sich auf die Suche nach fair gehandelten Schoko-Hasen zu machen, lohnt sich. Mit ihren Kaufentscheidungen können die Berlinerinnen und Berliner bewirken, dass sich die Umstände in den Anbauländern verbessern. Jedes Engagement für den fairen Handel ist zu begrüßen, vor allem vor dem Hintergrund, dass Berlin seit August 2018 Fairtrade Town ist. Das bedeutet, dass Berlin den fairen Handel auf kommunaler Ebene fördert.

 

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