Zu Ostern Fisch auf den Tisch – aber welcher?

Pressemitteilung vom
  • Überfischung und einige Fangmethoden lassen weltweit die Bestände an Wildfisch schrumpfen
  • Welche Wildfische noch nachhaltig zu bekommen sind und worauf Verbraucherinnen und Verbraucher beim Kauf dieser Arten achten können, zeigt ein Ratgeber der Verbraucherzentrale
  • Fisch aus Aquakultur sollte mindestens das ASC-, besser noch ein Bio-Siegel tragen

Auch wenn größere Feiern zum Schutz vor dem Coronavirus derzeit nicht auf dem Plan stehen sollten, rückt das Osterfest immer näher. Gerade in dieser Zeit tut ein festliches Essen im engsten Familienkreis auch der Seele gut. An Karfreitag wird traditionell Fisch serviert, da in der christlichen Fastenzeit kein Fleisch verzehrt werden soll. Doch im Hinblick auf die Überfischung der Meere machen sich viele Menschen Gedanken, ob der Genuss von Fisch überhaupt noch nachhaltig sein kann. Die Verbraucherzentrale sagt: Ja, wenn Verbraucher den richtigen Fisch auswählen.

 

Fischgericht auf einem Teller
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Wildfisch: Auf die Auswahl kommt es an
Wildfisch und Meeresfrüchte werden immer knapper: Überfischung und schädliche Fangmethoden lassen die globalen Fischbestände stetig schrumpfen, bedrohen den Fortbestand ganzer Arten und schädigen die Meeresumwelt schwer. Doch es gibt noch einige Arten, die guten Gewissens serviert werden dürfen. Hier kommt es jedoch auf verschiedene Parameter wie zum Beispiel das Fanggebiet und die Fangmethode an, die auf der Verpackung zu finden oder an der Theke zu erfragen sind. Worauf genau Verbraucher achten müssen, um solche Fische zu finden, darüber informiert ein Ratgeber der Verbraucherzentrale.

Aquakultur: Aber bitte mit Siegel
Viele beliebte Fische wie der Atlantische Lachs sind hauptsächlich aus Aquakultur erhältlich. Bei der Wahl von Fisch aus Aquakultur sollte generell die Wahl auf ein Produkt mit Siegel fallen. Das Aquaculture Stewardship Council (ASC)- Siegel begrenzt die Besatzdichte, also die Fische pro Fläche, und die Antibiotikagabe. Es verhindert jedoch nicht, dass Fische beengt gehalten werden und das Futter möglicherweise mit der Chemikalie Ethoxyquin belastet ist. Dieses Antioxidationsmittel verursachte im Tierversuch Leberschäden. Strengere Kriterien bieten das EU-Biosiegel, noch strengere Naturland und Bioland Aquakultur. Im Vergleich zum ASC-Siegel stellen sie höhere Anforderungen: An die Besatzdichte, an das Futter, welches nachhaltig und nicht genetisch verändert sein muss, sowie in Bezug auf die Antibiotikagabe, welche in konventioneller Aquakultur oft sehr hoch ist. Ethoxyquin ist in der Regel im Futter von Bio-Lachs nicht vorhanden. „Verbraucher sollten darauf achten, bei Aquakultur ausschließlich Produkte mit Siegel zu kaufen. Trotz berechtigter Kritikpunkte tragen diese dazu bei, dass mehr Betriebe auf nachhaltige Zucht- und Fangmethoden umsteigen", sagt Britta Schautz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Berlin. Die höchsten Standards in der Aquakultur bieten nach wie vor Bioprodukte.

Weitere Informationen
Der Fischratgeber der Verbraucherzentralen kann hier heruntergeladen oder über den Ratgebershop bestellt werden.

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