Unsere Arbeit im Team

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Für die Fragen und Probleme der Verbraucherinnen und Verbraucher sind wir die erste Anlaufstelle in der Stadt. Wir beraten zu den vielfältigen Themen des privaten Konsums, wir bieten konstruktive Lösungswege bei Problemen mit Anbietern und unterstützen bei unübersichtlichen Angeboten.

Über unsere Vorträge und Veranstaltungen geben wir den Durchblick zu aktuellen Problemstellungen wie gesunder Ernährung oder Möglichkeiten der Energieeinsparung, ebenso wie zu komplexen Themen wie Baufinanzierung oder Urheberrecht.

Unsere Beratungsangebote können Verbraucherinnen und Verbraucher auf einfachem Wege in Anspruch nehmen, persönlich, telefonisch oder per E-Mail. Viele Angebote, abhängig vom Thema der Beratung, sind kostengünstig, manche auch kostenfrei. Die Beratungen sind anbieterunabhängig, dies ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal unserer Arbeit und unterscheidet uns von anderen Angeboten.

Die Verbraucherzentrale Berlin ist gemeinnützig und überwiegend öffentlich finanziert. Wir sind parteipolitisch neutral und vertreten die Interessen der Berliner Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber Wirtschaft und Politik – auf landespolitischer Ebene und in den Bezirken. Wir informieren Medien und Öffentlichkeit über wichtige und aktuelle Verbraucherthemen.

Hier vier Kurzinterviews von Mitarbeiter*nnen der Verbraucherzentrale Berlin.

Alexandra Ehrlich, Verwaltungsleiterin

Alexandra EhrlichFrau Ehrlich, Sie sind seit Februar 2014 Verwaltungsleiterin bei der Verbraucherzentrale Berlin. Ich stelle mir darunter vor, dass Sie für Personal, Finanzen und IT zuständig sind.

Um die IT kümmert sich bei uns ein externer Dienstleister. Aber alles, was mit Personal und Finanzen zusammenhängt, ist mein Aufgabenbereich. Unterstützt werde ich dabei von zwei Kolleginnen.

Was verbirgt sich eigentlich genau hinter den Begriffen Personal und Finanzen?

Mit Personal hängt alles zusammen, was Mitarbeiter betrifft – also z.B. Lohnbuchhaltung, Bewerbungsverfahren und die Neubesetzung von Stellen. Bei uns sind immer relativ viele, leider meist befristete Stellen neu zu besetzen, weil wir viele Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Anforderungen an die Mitwirkenden durchführen.

Und was gehört alles zu Finanzen?

Unter Finanzen fallen die gesamte Buchhaltung, der Jahresabschluss und die Wirtschaftspläne – sowohl für den institutionellen Haushalt als auch für die Projekte. Da wir nach Kosten-Leistungsrechnung arbeiten, muss jede Ausgabe und Einnahme einer bestimmten Kostenstelle zugeordnet und darunter verbucht werden. Somit ist die Zuordnung zu den einzelnen Projekten gewährleistet.

Das klingt nach einer Arbeit mit viel Routine.

Ja und nein. Natürlich sind viele Abläufe standardisiert. Es kommt aber immer wieder zu Unvohergesehenem. Vielleicht entscheidet z. B. ein Projekt, einen geplanten Flyer doch nicht drucken zu lassen. Dann muss man schauen, wie man die dafür eingeplanten Mittel umwidmet. Oder der Zuwendungsbescheid – also die Zusage unserer Förderer für den eingereichten Wirtschaftsplan – geht später ein als gedacht oder mit Änderungen. Dann muss man schnell umplanen.

Gibt es eigentlich Zeiten, die besonders stressig sind?

Uns ist nie langweilig. Aber Hochzeiten sind auf jeden Fall die ersten vier Monate im Jahr, in denen wir den Jahresabschluss und die Verwendungsnachweise erstellen. Ab August stehen dann die Anträge für die Projekte und den institutionellen Haushalt an, und gegen Ende des Jahres müssen wir schauen, dass alle Mittel auch ausgegeben wurden wie geplant.

Im Januar 2014 haben wir unsere Buchhaltung von Kameralistik auf doppelte Buchführung umgestellt. Die Vorarbeiten dazu waren natürlich sehr intensiv.

Klingt nicht nach einem Job für jemanden, der Zahlen nicht mag…

Das stimmt. Ich habe schon als Kind gerne gerechnet. Mittlerweile mag ich aber auch Buchstaben –-ich lese viel in meiner Freizeit.

Florian Munder, Regionalmanager Energie

Florian MunderHerr Munder, Sie sind seit April 2016 bei der Verbraucherzentrale Berlin. Was genau machen Sie dort?

Eingestellt bin ich als Regionalmanager für das Energieprojekt der Verbraucherzentralen, eine Stelle, die dieses Jahr neu geschaffen wurde. Die Idee, die dahinter steckt: Regionalmanager sollen Partner für das Energieprojekt identifizieren, Kooperationen anstoßen und damit die Energieberatung der Verbraucherzentralen noch besser in Berlin verankern.

Also viel klassische Netzwerkarbeit. Wer kommt denn als möglicher Kooperationspartner des Energieprojekts in Frage?

Das sind in Berlin in erster Linie Einrichtungen der Bezirke, Vereine und Verbände. Auf dem Falkenhagener Feld in Spandau haben wir im Frühjahr eine neue Energieberatungsstelle eröffnet – das ist praktisch schon das Ergebnis einer Kooperation, nämlich mit dem dortigen Quartiersmanagement.

Gibt es bestimmte Zielgruppen, die Sie besonders für die Energieberatung gewinnen wollen?

Ja, wir konzentrieren uns in den nächsten Monaten vor allem auf Mieter, Migranten und Menschen mit geringem Einkommen. Diese Gruppen haben für Berlin eine besonders hohe Relevanz. Und sie spüren den Kostendruck durch erhöhte Energiepreise besonders stark. Migranten nehmen zum Beispiel auch die Angebote der Verbraucherzentrale noch unterdurchschnittlich wahr.

Was haben diese Zielgruppen denn von den Angeboten der Energieberatung?

Sie können sich Expertenwissen einholen zu Stromsparen, Anbieterwechsel oder energieeffizienten Geräten. Für einkommensschwache Haushalte ist die Beratung kostenlos – alle anderen bezahlen nur fünf Euro.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Netzwerken ist schon mein Ding. Ich gehe gerne auf Leute zu. Außerdem bin ich von unserem Produkt überzeugt: Wo sonst bekommt man Rat von ausgewiesenen Fachleuten zu einem solchen Preis angeboten?

Aber in der Verbraucherzentrale Berlin sind Sie schon ein Einzelkämpfer?

Absolut nicht. Mit meiner Kollegin Tijana Roso, die Koordinatorin des Energieprojekts ist, arbeite ich eng zusammen. Und dann gibt es ja noch den Austausch mit den Regionalmanagern in den anderen Bundesländern.

Eva Klaar, Reiserechtsberaterin

Eva KlaarFrau Klaar, Sie arbeiten seit 1990 für die Verbraucherzentrale Berlin. Neben der persönlichen Rechtsberatung halten Sie auch Vorträge zum Reiserecht. Waren Sie von Anfang an auf dieses Thema spezialisiert?

Nein, ursprünglich habe ich Verbraucher zum allgemeinen Verbraucherrecht beraten, also zu Kauf- und Dienstleistungsverträgen, Gewährleistungsfragen und ähnlichem. Erst ab 2001 habe ich mich verstärkt ins Reiserecht eingearbeitet und dazu beraten.

Hat Sie das Thema interessiert, weil Sie selber gerne verreisen?

Ehrlich gesagt bin ich kein Mensch, der von großem Fernweh geplagt wird. Ich bin mehr in das Thema hineingerutscht, finde es aber als Beratungsthema sehr interessant.

Wie ist es mit der Nachfrage zur Reiserechtsberatung – gibt es einen großen Andrang um die Schulferien herum, und der Rest des Jahres verläuft dann etwas ruhiger?

Das war bis vor einigen Jahren tatsächlich noch so. Mittlerweile verreisen die Leute aber das ganze Jahr über – vor allem natürlich diejenigen, die nicht an Schulferien gebunden sind. Außerdem unternehmen die Menschen immer mehr Kurzreisen, etwa über ein Wochenende. Reisezeit ist also vom 1. Januar bis zum 31. Dezember und entsprechend kontinuierlich ist auch die Nachfrage nach Beratung.

Wie hat sich die Reiserechtsberatung entwickelt? Gab es früher Themen, die es heute nicht mehr gibt und umgekehrt?

Als ich mit der Reiserechtsberatung angefangen habe, bezogen sich die Fragen der Verbraucher fast ausschließlich auf Pauschalreisen. Hinzugekommen ist der ganze Komplex der Fluggastrechte, die der Europäische Gerichtshof 2005 mit der Fluggastrechteverordnung gestärkt hat. Reisende haben jetzt Anspruch auf Entschädigungen bei Verspätungen oder Annullierungen von Flügen. Weil Fluggesellschaften immer wieder versuchen, sich vor diesen Ansprüchen zu drücken, kommen die Verbraucher dann zu uns in die Beratung.

Und Sie können den Ratsuchenden dann zu ihrem Recht verhelfen?

Ja, wenn sie wirklich einen Anspruch haben. Das klären wir natürlich vorab in der Beratung. Tatsächlich zahlen viele Fluggesellschaften erst dann, wenn wir uns eingeschaltet haben.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Dass ich Menschen ganz konkret helfen kann. Wenn Entschädigungszahlungen auf das Konto der Verbraucher fließen, ist das immer ein ganz fassbarer Erfolg. Für den sind die Kunden dann meist auch sehr dankbar.

Volker Schmidtke, Referent Finanzdienstleistungen

Volker SchmidtkeHerr Schmidtke, seit 2014 sind Sie Referent Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Berlin. Was machen Sie da eigentlich?

Zunächst einmal verantworte und koordiniere ich die Beratung im Bereich Finanzdienstleistungen. Dazu gehören alle Beratungen rund um die Themen Altersvorsorge, Geldanlage, Baufinanzierung und Versicherungen. Dabei schaue ich auch, ob es neue Entwicklungen in der Beratungsnachfrage gibt und wir unser Angebot entsprechend anpassen sollten.

Was könnte denn eine solche Entwicklung sein?

Ein Beispiel: Im vergangenen Jahr hat der Gesetzgeber eine Frist gesetzt, nach der viele Immobilienkreditverträge mit fehlerhaften Widerrufsbelehrungen nicht mehr widerrufen werden konnten. Viele Verbraucher fühlten sich dadurch unter Druck gesetzt. Sie wollten wissen, ob sie ihren Vertrag noch schnell widerrufen sollen und welche Folgen das haben kann. Wir haben darauf reagiert und eine Beratung zu diesem Thema eingerichtet.

Beraten Sie eigentlich auch selbst?

Ja. Ich habe auch schon vor meiner Einstellung als Referent beraten, seit 2011 war ich Honorarberater bei der Verbraucherzentrale.

Kommen in Ihre Beratung eher wohlhabende Leute, die ihr Geld gewinnbringend anlegen wollen?

Zu uns kommen Menschen aller Einkommensgruppen. Viele machen sich Gedanken, wovon sie im Alter leben können. Gerade auch diejenigen mit geringerem Einkommen. Für sie ist ja besonders wichtig, dass ihr Geld nicht in schlechte und falsche Produkte fließt. Und, was für Berlin typisch ist: Viele Menschen haben wechselhafte Erwerbsbiographien. Sie wollen auch etwas für’s Alter zurücklegen, brauchen aber flexible Produkte, weil sie nicht vorhersagen können, wie ihr Status künftig sein wird und inwieweit sie Geld zurücklegen können.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?

Dass ich immer weiß, warum und für wen ich sie mache. Gerade im Bereich Finanzdienstleistungen ist es für Verbraucher schwer, sich zurechtzufinden. Da ist unsere sachorientierte und nicht interessengeleitete Öffentlichkeitsarbeit, Information und Beratung sehr wichtig. Außerdem ist die Arbeit sehr vielfältig und spannend.

Vielen Dank!