Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch - keine Gefahr für Menschen

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion. Es erkranken ausschließlich Wild- und Hausschweine, in der Regel verläuft die Erkrankung tödlich.
  • Für Menschen und andere Haustiere ist die ASP nicht gefährlich.
  • Anfang 2020 sind Fälle wenige Kilometer vor der deutschen Grenze festgestellt worden.
  • Wie zur Vermeidung des Ausbruchs anderer Tierseuchen sollten Lebensmittelabfälle, besonders von Fleisch und Wurstwaren, nicht offen, sondern nur in geschlossenen Behältern entsorgt werden.
Zwei Schweine stehen in einem Stall.
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Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat inzwischen die Europäische Union erreicht. In Deutschland ist die Tierseuche derzeit (Stand: Januar 2020) zwar noch nicht aufgetreten - mit einem Ausbruch ist aber auch hier zu rechnen. Experten befürchten, dass die ASP von Wildschweinen auf die Hausschweinbestände übertragen werden könnte und es dadurch zu erheblichen (wirtschaftlichen) Schäden kommt.

Für Menschen und andere Haustiere als Schweine ist die Afrikanische Schweinepest gesundheitlich nicht gefährlich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu der Tierseuche.

Anfang 2020 neue Fälle nahe der deutschen Grenze

Seit einigen Wochen wird in Deutschland wieder verstärkt über den Ausbruch der Tierseuche ASP berichtet. Anfang des Jahres 2020 wurden (vom 1.1.2020 bis 14.01.2020) in betroffenen EU-Ländern 327 Fälle gemeldet (284 Wildschweine sowie 43 Hausschweine). Zwei dieser Fälle/Ausbrüche wurden in West-Polen, nur wenige Kilometer entfernt von der Grenze zu Brandenburg und Sachsen, amtlich festgestellt.

Ausbrüche wurden offiziell seit 2007 aus Russland gemeldet. Von dort aus verbreitete sich die ASP nicht nur nordwestlich, sondern auch in südliche Richtung und erreichte den Iran sowie 2013 die Ukraine und Weißrussland. 2014 hatte die ASP die Europäische Union erreicht, besonders betroffen sind das Baltikum, Bulgarien, Rumänien, Polen und Ungarn.

Was ist die ASP?

Die ASP ist eine Viruserkrankung, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Zu den Hausschweinen gehören auch Minischweine, die in einigen Privathaushalten gehalten werden. Nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen bis zu mehreren Wochen bekommen die Tiere hohes Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, verlieren stark an Gewicht. Weitere Symptome sind Husten und Atemnot sowie Hautverfärbungen.

Ist ASP für Menschen gefährlich?

Nein, für Menschen und andere Haustiere ist die ASP ungefährlich. Der Erreger ist nicht auf Menschen übertragbar. Das gilt auch für den Verzehr von Schweinefleisch und daraus hergestellten Produkten.

Wie wird ASP übertragen?

Die ASP wird durch Tierkontakt direkt von Schwein zu Schwein übertragen. Möglich ist auch die indirekte Übertragung über tierische Produkte wie Rohwürste, nicht erhitzte Fleischwaren (z.B. "Mett"), sogar geräuchertes Fleisch und Wurst sowie Speiseabfälle, wenn diese von den (Wild-)Schweinen gefressen werden. Auch über Kot und Schmutz, die bei Tiertransporten entstehen, sowie verunreinigte Geräte kann eine indirekte Übertragung erfolgen.

In Afrika und im Mittelmeerraum ist die Verbreitung über Lederzecken möglich. Dieser Übertragungsweg spielt in Deutschland bzw. in mitteleuropäischen Ländern aber keine Rolle.

Kann man gegen ASP impfen?

Nein, eine Impfung ist derzeit nicht möglich und auch verboten.

Wie wird die ASP bei einem Ausbruch bekämpft?

Die ASP unterliegt der Anzeigepflicht, d.h. entsprechend auffällige oder tote Tiere müssen dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Die Bekämpfung ist in der Schweinepestverordnung geregelt. Die Verordnung schreibt unter anderem eine schnelle Labordiagnostik und damit den Nachweis der Erkrankung vor. Ist diese Diagnose gesichert, kann die Behörde die Tötung des betroffenen Bestands anordnen.

Derzeit stehen die deutschen Behörden, besonders in Bayern, eng in Kontakt mit den zuständigen polnischen Behörden. Eine polnisch-deutsche Task Force wurde eingerichtet, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Handel und Import von frischem (Wild-)Schweinefleisch, Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen aus "Restriktionsgebieten" der betroffenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist verboten. Restriktionsgebiete sind die Gebiete, von denen ein besonderes Risiko der Erregerverschleppung ausgeht.

Was kann man selbst tun?

  • Da die indirekte Übertragung des Virus auf Wild- und Hausschweine über Fleisch- und Fleischwaren sowie Speiseabfälle möglich ist, sollten Sie keine tierischen Lebensmittel aus dem (betroffenen) Ausland einführen. Für Risikogebiete in der EU ist das verboten (siehe oben). Für Schweinefleisch und Schweinefleischerzeugnisse aus Ländern, die nicht zur EU gehören, gilt sowieso ein Einfuhr-Verbot.
  • Speiseabfälle sollten Sie grundsätzlich nicht offen entsorgen, weder im Privathaushalt noch an Raststätten, auf Parkplätzen oder in öffentliche Abfallbehälter. Reiseproviant (Salami, Schinken, alle Rohwursterzeugnisse) und gekühltes Fleisch sind besonders gefährlich, da das ASP-Virus in diesen Produkten monatelang überleben kann. Die Abfälle können von Wildschweinen gefressen und das ASP-Virus auf diesem Weg verbreitet werden. Die Abfälle müssen über geschlossene Behälter entsorgt werden.
  • Speise- und Küchenabfälle dürfen nicht an Haus- und Wildschweine und andere Nutztiere verfüttert werden. Dies ist bereits seit Jahrzehnten verboten und gilt auch für das Butterbrot auf der Wanderung und den Wurstrest an der Grillstelle im Wald.
  • Finden Sie verendete Wildschweine, beispielsweise auf dem Waldspaziergang, sollten Sie den Kadaver nicht berühren. Informieren Sie das zuständige Veterinäramt bzw. die Polizei über den Fundort.

Weitere Informationen finden Sie beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bzw. beim Friedrich-Loeffler-Institut.