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H5N8-Erreger: Vogelgrippe ist wieder in Deutschland angekommen

Stand:

Die Vogelgrippe hat im Winter 2019/2020 wieder Deutschland erreicht: Nach einem ersten Fall bei einem Wildvogel in Brandenburg ist jetzt schon in einem fünften Betrieb das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen worden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nach dem Nachweis des Vogelgrippe-Virus bei Tieren in Brandenburg, Baden-Württemberg, Sachsen und Niedersachsen ist das Vogelgrippe-Virus nun in einem Putenbetrieb in Sachsen-Anhalt nachgewiesen worden.
  • Ein Sperrbezirk sowie ein Beobachtungsgebiet sind um den Fundort eingerichtet worden.
  • Große Auswirkungen hatte der H5N8-Erreger in Deutschland zuletzt im Jahr 2017 als in Mitteleuropa Hunderttausende Vögel getötet werden mussten.
  • Eine Übertragung des Vogelgrippe-Virus auf Menschen ist nicht bekannt.
  • Nutz- und Heimtiere sollten nun von Futter- und Trinkstellen der Wildvögel ferngehalten werden.
Dutzende Puten stehen gedrängt in einem Stall.
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Nun ist in diesem Winter der fünfte Fall von Vogelgrippe in Deutschland nachgewiesen worden - in einem Putenbetrieb in Sachsen-Anhalt: Alle Tiere des Betriebes wurden getötet und ein Sperrbezirk im Radius von 3 Kilometern sowie ein Beobachtungsgebiet im Radius von 10 Kilometern eingerichtet. Im Sperrbezirk gilt jetzt eine Stallpflicht und im gesamten Beobachtungsgebiet (inklusive Sperrbezirk) können weder Eier, frisches Fleisch noch Geflügel aus den Betrieben verkauft werden.


Hinweis: Bei dem in diesem Artikel beschrieben H5N8 handelt es sich nicht um das im Jahr 2020 weltweit grassierende Coronavirus. Unsere Informationen zu Corona (genauer Sars-CoV-2) haben wir stattdessen auf einer eigenen Seite für Sie zusammengestellt.


Im Januar 2020 war in Brandenburg bei einer Blessgans im Kreis Spree-Neiße nahe der polnischen Grenze zum ersten Mal in diesem Winter das Geflügelgrippe-Virus in Deutschland gemeldet worden. Drei Wochen später ist in einer Hobby-Legehennenhaltung in Baden-Württemberg das Virus H5N8 nachgewiesen worden. Mitte März wurde das Virus in einem kleinen Geflügelhaltungsbetrieb in Sachsen nachgewiesen. Auch in einem Putenelternbetrieb in Niedersachsen mussten im März alle Tiere getötet werden.

Neben Deutschland sind noch weitere EU-Länder von der Vogelgrippe betroffen: Auch Polen, Ungarn, die Slowakei, Rumänien und Tschechien meldeten im Winter 2019/2020 Vogelgrippe-Fälle.

Geflügelhalter sollten ihre Tiere von Wildvögeln fernhalten

Die Einschleppung des Geflügelgrippe-Virus erfolgt über Zugvögel. Daher sollten Nutz- und Heimtiere von Futter- und Wasserstellen ferngehalten werden, an denen sich Wildvögel aufhalten.

Die Vogelgrippe ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Hühner, Puten und Enten befällt. Eine Ansteckung von Menschen ist bisher nicht bekannt. Eine Übertragung auf den Menschen durch den Verzehr von Eiern, Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten wird von Experten als unwahrscheinlich bewertet.

Der Virus H5N8 war im Winter 2016/17 mit Zugvögeln aus Asien nach Europa gekommen und löste damals die bislang größte Vogelgrippe-Krankheitswelle in Deutschland und Europa aus. In deren Folge gab es eine wochenlange großflächige Stallpflicht für Geflügel in einigen Regionen Deutschlands.