Corona: Welchen Schutz gibt es für Mund und Nase?

Stand:

FFP2-Masken, sogenannte OP-Masken und Alltagsmasken aus Stoff verringern Infektionsmöglichkeiten mit dem Corona-Virus. Die Schutzwirkungen der einzelnen Masken sind dabei unterschiedlich. Wir erklären, was man beim Tragen von Masken beachten sollte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In ganz Deutschland gilt in bestimmten Bereichen die Pflicht zum Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken.
  • FFP2-Masken haben eine hohe Filterwirkung und schützen auch den Träger und sein Umfeld vor einer Ansteckung.
  • Selbstgemachte Mund-Nase-Masken schützen nicht den Träger, aber sein Umfeld. Sie helfen dabei, dass Feuchtigkeit aus dem Atem durch Niesen, Husten oder Sprechen nicht so weit in die Umgebung verteilt wird.
  • Wichtig ist es auch bei Tragen einer Maske die AHA+L-Regeln einzuhalten: Abstand-Hygiene-Masken und Lüften.
Eine Frau zieht sich eine FFP2-Maske auf.
On

Bundesweite Maskenpflicht

Seit Ende April 2020 haben die Bundesländer das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Teilen des öffentlichen Raums zur Pflicht gemacht. Als wichtiger Teil der sogenannten AHA-Regeln soll so die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro. In einzelnen Bundesländern werden auch höhere Beträge fällig.

Am 19. Januar 2021 haben Bundesregierung und Ministerpräsidenten die Regeln noch einmal verschärft: Sie haben eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken unter anderem beschlossen für

  • den öffentlichen Nahverkehr
  • den Einzelhandel
  • Gottesdienste
  • Arbeitsplätze, an denen Mindestabstände nicht eingehalten und bestimmte andere Schutzmaßnahmen nicht ergriffen werden können (zur Verfügung stellen soll sie hier der Arbeitgeber)

An diesen Orten ist das Tragen von Masken mit Kennzeichnung FFP2, KN95 / N95 oder von OP-Masken Pflicht. Ein Verstoß soll 150 Euro kosten. Eine weitere Verschärfung ist mit dem neuen Infektionsschutzgesetz am 23. April 2021 in Kraft getreten: Liegt die Inzidenz bei mehr als 100, sind in vielen Bereichen auch keine OP-Masken mehr zulässig.

Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund- und Nasenbedeckung tragen können, sind von der Pflicht ausgenommen. Der Umstand, dass keine Mund- und Nasenbedeckung getragen werden kann, ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen – beispielsweise durch eine entsprechende aussagekräftige ärztliche Bescheinigung.

Wo müssen Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden?

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht für Kinder ab 6 Jahren.

Seit dem 1. Dezember 2020 gilt die Maskenpflicht auch vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen. Darauf haben sich die Bundesländer verständigt. Die Maskenpflicht gilt an allen Orten im öffentlichen Raum, wenn viele Menschen zusammen kommen und/oder der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. In geschlossenen Räumlichkeiten ist ebenfalls das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung verpflichtend, sofern der Mindestabstand nicht mehr gewährleistet wird.

Für den Bereich Groß- und Einzelhandel gibt es noch weitere Regelungen: So dürfen sich in Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern höchstens eine Person je 10 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. Bei Geschäften mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern darf höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter kommen.

So dürfen sich beispielsweise in einem 1258 Quadratmeter großen Supermarkt maximal 102 Personen gleichzeitig aufhalten.

  • Für die ersten 800 Quadratmeter 80 Personen (800/10 = 80)
  • und für die weiteren 400 Quadratmeter dann nochmal 22 Kunden (458/20 = 22)

Um die Anzahl der Kunden im Überblick zu halten, entscheiden sich viele Supermärkte dafür, Kunden verpflichtend einen Einkaufswagen oder Einkaufskörbe zur Verfügung zu stellen. Manche Supermärkte sind mit neuen Ampelsystemen ausgestattet, die automatisch zählen, wie viele Kunden sich bereits in den Filialen aufhalten. Solche digitale Einlassampel sind – sofern vorhanden am Eingang platziert.

Informieren Sie sich am besten auf der Internetseite Ihres Bundeslandes oder Ihrer Gemeinde, welche Regelungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung gelten.

Einigkeit herrscht bei den grundlegenden Regeln: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen einzuhalten, gründlich die Hände zu waschen (nach jeder Berührung von Flächen und Gegenständen außerhalb der eigenen vier Wände) und in ein Einweg-Taschentuch oder die Armbeuge zu niesen. Ausführlicher lesen Sie die Empfehlungen hier.


Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie auf unserer Übersichtsseite zum Thema.


Was sind FFP2-Masken?

FFP2-Masken sind partikelfiltrierende Halbmasken und wurden ursprünglich als Staubschutzmasken konzipiert. Die englische Abkürzung steht für "filtering face piece". Filtermasken werden nach ihrer Durchlässigkeit für kleine Teilchen wie Staub oder Viren in drei Klassen eingeteilt: Es gibt FFP1-, FFP2- und FFP3-Masken, wobei hier die Zahl für die unterschiedliche Filterleistung steht:

  • FFP1-Masken filtern 80% der Schadstoffe in der Atemluft
  • FFP2-Masken filtern 95% der Schadstoffe und Aerosole
  • FFP3-Masken filtern bis zu 99% der Schadstoffe und Aerosole

Detailliertere Infos zu unterschiedlichen Masken bieten zum Beispiel die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und die Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege.

Was bewirken FFP2-Masken?

Während Alltagsmasken hauptsächlich das Gegenüber schützen, dienen FFP2-Masken auch dem Eigenschutz des Trägers. Sie filtern somit mehr und auch kleinere Partikel und bieten daher mehr Schutz für den Träger.

Ihre Schutzfunktion ist europaweit durch die Norm DIN EN 149:2009-08 normiert. Entsprechend dieser Norm müssen die FFP2-Masken 95 Prozent der Partikel abfiltern. In der Maske befindet sich eine spezielle Filterschicht, welche elektrostatisch aufgeladen ist. Es werden auch die deutlich kleineren, aber gefährlichen Aerosol-Tröpfchen aus der Ein- und Ausatemluft entfernt.

Wie erkenne ich eine FFP2-Maske?

FFP-Masken sind in Europa nach der EN 149 geprüft und zugelassen.

Wenn Sie FFP2-Masken erwerben, sollten Sie auf folgende Kennzeichnungen achten:

  • FFP2-Masken müssen ein CE-Kennzeichen haben.
  • Sie müssen eine 4-stellige Nummer vorweisen, die Rückschluss auf die zugelassene Prüfstelle gibt. Angegebene Prüfnummern können in der sogenannten NANDO-Datenbank auf der Website der EU-Kommission überprüft werden. Laut der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) gibt es in Deutschland aktuell drei Prüfstellen: Die DEKRA Testing and Certification GmbH mit der Prüfnummer 0158, das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) mit der Nummer 0121 und die Prüf- und Zertifizierungsstelle Fachbereich Rohstoffe und Chemische Industrie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung mit der Nummer 0418. Die ZLS ist für die Überwachung der notifizierten Stellen in Deutschland zuständig.
  • Neben der Klasse (z.B. FFP2) folgt eine Leerstelle und entweder der Zusatz »NR« für non reusable, d.h. nicht wiederverwendbar (laut Arbeitsschutz nur für den Einsatz in einer Arbeitsschicht zugelassen), der Zusatz »R« für reusable, dh. wiederverwendbar oder der Zusatz »D«, der für Dolomitstaubtest bestanden steht.
  • Die Nummer und das Jahr der Veröffentlichung der Europäischen Norm müssen auf der Maske angegeben sein.
  • Auf der Maske soll ein Herstellername oder eine Marke abgedruckt sein.
  • Auf der Verpackung konformer Masken stehen die Angaben und die Anschrift des Herstellers oder des Unternehmens, das die Maske in Verkehr bringt.

Zudem sollte Ihnen beim Kauf der Maske eine Bedienungs- oder Gebrauchsanleitung mitgegeben werden. Fehlen diese genannten Kennzeichnungselemente, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Maske nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Im Februar 2021 hat die Stiftung Warentest ein Testergebnis für zehn FFP2-Masken veröffentlicht. Die Filterwirkung war bei allen Masken hoch, bei drei Masken bekommt man aber vergleichsweise schlecht Luft und manche Masken saßen nicht bei allen Probanden dicht.

An wen wende ich mich mit Beschwerden über falsche Kennzeichnung?

Wenn Sie FFP2-Masken erwerben, die nicht den oben genannten Anforderungen entsprechen oder Sie aus anderen Gründen den Verdacht haben, dass die Masken nicht den geltenden Sicherheitsanforderungen entsprechen, können Sie sich an die Bezirksregierung Ihres Wohnorts oder die in Ihrem Bundesland zuständige Behörde wenden.

Zugelassene Stellen für die CE-Zertifizierungen von FFP2- und FFP3-Atemschutzmasken finden Sie zum Beispiel hier bei der Europäischen Kommission.

Beispiel für eine richtig gekennzeichnete FFP2 Maske:

Herstellerangabe
Typ/Modellnummer
EN 149:2001+A1:2009
FFP2 NR - CE 0000

Ungültige CE-Kennzeichnungen 
Die folgenden Institute sind zum Beispiel keine zugelassene Zertifizierungsstellen für Atemschutzmasken:

  • CE 1282 - ECM (Ente Certificazione Macchine)
  • CE 2703 - ICR Polska
  • CE 2037 - CELAB
  • CE 0865 - ISET Srl Unipersonale
  • CE 1299 - TSU Slovakia (Technicky skusobny ustav Piestany)
  • CE 2468 - Zavod za ispitivanje kvalitete d.o.o.
  • CE 2466 - Zavod za ispitivanje kvalitete robe d.o.o.

Verschiedene stark filternde Masken

Neben den FFP2-Masken gibt es noch weitere stark filternde Masken, die eine andere Bezeichnung tragen: KN95- und N95-Masken.

Die KN95-Masken stammen aus China, N95-Masken werden in den USA zugelassen. Zertifizierungs- oder Zulassungsanforderungen für Atemschutzmasken können in den verschiedenen Ländern leichte Unterschiede aufweisen. Aufgrund ähnlicher Anforderungen haben die Schutzklassen für Atemschutzmasken mit der Bezeichnung KN95 und N95 eine ähnliche Filterwirkung und bieten damit einen vergleichbaren Schutz.

Seit dem 1. Oktober 2020 dürfen die KN95-Masken nicht mehr auf den Markt gebracht werden. Nur wer eine Sondererlaubnis der zuständigen Marktüberwachungsbehörde aus der Zeit vor dem 1. Oktober vorweisen kann, darf seinen bereits in der EU befindlichen Bestand noch abverkaufen. Auch dürfen auf den KN95-Masken keine CE-Kennzeichen angebracht sein, um eine Verwechslung mit den echten FFP2-Masken auszuschließen.

Eine Kopie dieser Bestätigung bzw. ein Zertifikat ist an alle Käufer der Masken beizufügen.

Apotheken dürfen auch Masken mit der Kennung KN95 aus China abgeben, sofern diese über das erforderliche Zertifikat verfügen und damit in Deutschland verkehrsfähig sind. KN95-Masken ohne eine entsprechende Bestätigung dürfen nicht als persönliche Schutzausrüstung abgegeben werden. Äußerlich ist nicht erkennbar, ob eine KN95-Maske qualitativ einer FFP2-Schutzmaske entspricht oder nicht. Dies lässt sich nur der schriftlichen Bestätigung der Überwachungsbehörde entnehmen, die der abgebenden Apotheke vorliegt.

Was ist beim Tragen von FFP2-Masken zu beachten?

Auch FFP2-Masken bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Wichtig ist daher sich auch bei Tragen einer FFP2 -Maske die AHA+L Regeln einzuhalten: Abstand-Hygiene-Maske + Lüften.

Wichtig: Der Schutzeffekt einer FFP2-Maske ist nur gegeben, wenn sie richtig und dicht anliegend getragen wird. Eine richtig angelegte FFP2-Maske schließt dicht am Gesicht ab, so dass sie beim Einatmen wie auch beim Ausatmen effektiv die Luft filtert. Problematisch ist das allerdings für Bartträger, da hier die Maske unter Umständen nicht dicht abschließt.

Das dichtere Material erhöht den Atemwiderstand. Gemäß der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kann die Tragedauer bei leichter körperlicher Arbeit bis mehr als 100 Minuten betragen, wegen situations- und personenbezogener Faktoren können aber keine verbindlichen Vorgaben gemacht werden.

Vergünstigte Masken für Risikogruppen

Nach einem Beschluss von Bund und Ländern erhalten seit Mitte Dezember 2020 besonders gefährdete und vorerkrankte Risikogruppen zum Schutz gegen das Coronavirus pro Person insgesamt 15 FFP2-Masken. Dies entspricht einer Maske pro Winterwoche.

Die Maßnahme richtet sich an Über-60-Jährige sowie Menschen mit Vorerkrankungen oder Risikoschwangerschaften – und gilt gleichermaßen für gesetzlich und privat Versicherte.

Ein Personalausweis für den Nachweis des entsprechenden Alters bzw. eine Selbstauskunft über die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe sollen genügen, um die Masken unbürokratisch zu erhalten.

Aktuell erhalten Risikopersonen 2 Coupons für je 6 FFP-Masken von ihrer Krankenkasse. Den ersten Coupon können die betroffenen Personen mit zwei Euro Selbstbeteiligung bis Ende Februar 2021 in ihrer Apotheke einlösen, den zweiten ab dem 16. Februar bis zum 15. April 2021. So erhalten Sie für 4 Euro also 12 FFP2-Masken.

Risikopersonen, die nicht selbst in die Apotheke gehen können, dürfen andere Personen bevollmächtigen, Masken abzuholen. Als Nachweis gilt die Vorlage einer schriftlichen Vollmacht sowie der Personalausweis der anspruchsberechtigten Person, sofern die Person der Apotheke nicht bekannt ist.

Die Risikogruppen für die Maskenzuteilung sind so definiert:

  • alle Menschen mit Alter über 60
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale
  • chronische Herz- oder Niereninsuffizienz
  • zerebrovaskuläre Erkrankung, insbesondere Schlaganfall
  • Demenz
  • Trisomie 21
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • aktive, fortschreitende oder metastasierte Krebserkrankungen
  • eine Therapie, die die Immunabwehr beeinträchtigen kann
  • eine Organ- oder Stammzellentransplantation
  • eine Risikoschwangerschaft

Wann zahlt die Krankenkasse für FFP-Masken?

Darüber hinaus übernehmen gesetzliche Krankenkassen in weiteren besonderen Ausnahmefällen für hoch gefährdete Risikogruppen (wie etwa nach einer Organtransplantation und/oder bei bestehender Immunschwäche) nach ärztlicher Verordnung die Kosten für FFP2- oder FFP3-Masken. Dies gilt auch im Rahmen der Pflegeversicherung zum Schutz der pflegebedürftigen Person. Fragen Sie bei Ihrer gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung nach, ob eine Kostenübernahme möglich ist.

Privatversicherte sollten bei Ihrer privaten Krankenversicherung nachfragen, ob auch hier in besonderen Krankheitsfällen eine Kostenübernahme möglich ist.

Kann man FFP2-Masken wiederverwenden?

FFP2-Masken werden in der Regel im Gesundheitswesen in Bereichen mit einem erhöhten Infektionsrisiko eingesetzt. FFP2-Masken sollten an sich nicht mehrfach verwendet werden, da es sich in der Regel um Einmalprodukte handelt, was auch am Aufdruck NR für "non-reusable", nicht wiederverwendbar, erkennbar ist. FFP2-Masken sind für den Arbeitsschutz gemacht und halten in der Gesamtsumme mindestens acht Stunden. Man kann die Zeit beim Tragen auch aufaddieren - etwa wenn man sie nur beim Busfahren und beim Einkaufen trägt.

Allerdings können Viren auf den Masken mehrere Tage infektiös sein.

Die Fachhochschule (FH) Münster hat, gefördert vom Bundesamt für Arzneimittelsicherheit und Medizinprodukte, zusammen mit Experten aus Virologie, Mikrobiologie, Hygiene und weiteren Fachbereichen die Wiederverwendbarkeit und Möglichkeiten zur Desinfektion von FFP2-Masken untersucht.

Sie fanden heraus, dass wohl unter bestimmten Bedingungen eine Reinigung und Wiederverwendung der Masken möglich ist. Die FH Münster forscht an weiteren Methoden zur Aufbereitung. Die Broschüre der FH Münster zur Wiederverwendbarkeit steht zum Download zur Verfügung und wird regelmäßig aktualisiert.

Über das Schnellwarnsystem der Europäischen Union, RAPEX, wird immer wieder vor Masken (u.a. FFP2-Masken) gewarnt, die nicht als Schutzausrüstung zertifiziert sind und daher möglicherweise nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Desinfektionsverfahren: 80°C trockene Hitze im Backofen

Nach der Studie der FH Münster sind bei 80 Grad Celsius nach 60 Minuten SARS-CoV-2 Viren vollständig inaktiviert und andere Erreger deutlich reduziert. Die Filterleistung bleibt erhalten; die elastischen Haltebänder können allerdings an Zugkraft verlieren.

Folgendes sollten Sie dabei laut der Studie beachten:

  1. Will man Masken verschiedener Familienangehöriger gleichzeitig im Backofen trocknen, müssen diese so gekennzeichnet werden, dass sie eindeutig den einzelnen Familienmitgliedern zuzuordnen sind. Auch gereinigte Masken sollten nicht unter verschiedenen Personen getauscht werden.
  2. Vor der Desinfektion im Backofen wird empfohlen die Maske bis zum nächsten Tag an der Luft trocknen zu lassen. Dabei sollte sie nicht mit anderen Gegenständen oder Personen in Berührung kommen.
  3. Wichtig ist auch, durch eine Probemessungen mit einem Braten- bzw. Backofenthermometer zu überprüfen, ob der Backofen die Temperatur von 80°C für 1 Stunde konstant hält. Temperaturen von mehr als 105 Grad Celsius könnten das Material schädigen und die Filterleistung beeinträchtigen. Laut Experten sollten die Masken nicht mehr als fünf Mal auf diese Weise aufbereitet werden.
  4. Bevor Sie die Masken auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder einen Rost legen, heizen Sie den Ofen auf 80°C vor. Benutzen Sie dabei keine Umluft/Heißluft, das könnte die Keime verwirbeln.
  5. Schieben Sie das Blech so in den Ofen, dass der Abstand zu Ober- und Unterboden mindestens 10 Zentimeter beträgt. Zu kleine Öfen eignen sich nicht für diese Methode.
  6. Erhitzen Sie die Masken 60 Minuten im geschlossenen Ofen bei 80°C. Die Tür sollte in der Zwischenzeit nicht geöffnet werden. Lassen Sie den Ofen nicht unbeaufsichtigt.
  7. Nach 60 Minuten können Sie die Masken entnehmen und auf Blech oder Rost auskühlen lassen. Prüfen Sie die Maske und Haltebänder auf Schäden und ordnen Sie die Masken gegebenenfalls der richtigen Person zu.

Trocknung von FFP2-Masken an der Luft

Eine andere Möglichkeit ist, die Masken für 7 Tage durchgehend an der Luft trocknen zu lassen. Auch dies reduziert die Belastung mit SARS-CoV-2 in den Untersuchungen deutlich. Achten Sie hierbei auf Folgendes:

  1. Kennzeichnen Sie die Masken so, dass sie den Nutzenden sicher zugeordnet werden können. Es sollte kein Tausch der Masken unter verschiedenen Personen stattfinden.
  2. Suchen Sie einen trockenen Ort, an welchem Sie die Masken mit ausreichend Abstand nebeneinander hängen können - zum Beispiel an der Wand mit Nägeln oder Haken oder auf einer Wäscheleine.
    Aber Achtung: Küche, Bad und andere Orte mit hoher Luftfeuchtigkeit oder Orte, die häufig aufgesucht werden, eigenen sich hierfür nicht.
  3. Kennzeichnen Sie jeden Platz mit einem Wochentag. So werden Verwechslungen vermieden.
  4. Lassen Sie die Maske 7 Tage hängen, bevor Sie sie erneut verwenden.

Achtung: Die Masken sollten maximal 5 Mal auf diese Weise getrocknet und wiederverwendet werden. Entsorgen Sie sie sofort, wenn die Maske defekt ist oder Sie direkt angehustet/angeniest wurden.

Nicht zur Desinfektion für FFP2-Masken geeignet sind gemäß FH Münster:

  • zu niedrige oder zu hohe Temperaturen
  • das Kochen im Kochtopf oder im Wasserdampf
  • das Erhitzen in der Mikrowelle
  • das Waschen in der Waschmaschine
  • das Waschen in der Spülmaschine
  • das Besprühen mit Desinfektionsmitteln
  • die Aufbereitung mit dem Bügeleisen

Auch von einer UV-C-Bestrahlung der FFP2-Maske wird abgeraten, da UV-Licht zwar das Virus SARS-CoV-2 inaktiviert. Es wirkt aber nur bei direkter Lichteinstrahlung und daher nur auf der Maskenoberfläche. Viren, die sich in der Maske befinden, werden kaum inaktiviert. Zudem kann das UV-Licht negative Auswirkungen auf die Kunststoffe der Maske haben.

Wie ist es mit OP-Masken?

Viele Menschen tragen inzwischen anstelle von Alltagsmasken sogenannte OP- oder medizinische Gesichtsmasken. Mit einer Zulassung nach DIN EN 14683 gilt dieser Maskentyp als medizinische Gesichtsmaske. Sie bestehen aus speziellen Kunststoffen und sind mehrschichtig aufgebaut. Sie schützen Menschen in der nahen Umgebung vor Tröpfchen, die der Maskenträger etwa beim Sprechen oder Husten aus Mund und Nase abgibt.

Sie verringern die Geschwindigkeit und Distanz, mit der sich auch sogenannte Aerosole nach vorn ausbreiten. Medizinische Gesichtsmasken sind Medizinprodukte und wurden für den Fremdschutz entwickelt. Sie schützen vor allem das Gegenüber vor abgegebenen infektiösen Tröpfchen des Mundschutzträgers.

Allerdings können medizinische Gesichtsmasken bei festem Sitz auch den Träger der Maske schützen. Medizinische Gesichtsmasken sind zum Einmalgebrauch vorgesehen. Seit der "Bundesnotbremse" sind sie in vielen Bereichen nicht ausreichend, sofern die Inzidenz über 100 liegt.

Wie ist es mit den Alltagsmasken aus Stoff?

Einfache Textilmasken, die Mund und Nase bedecken, halten zwar keine Viren von Ihnen ab. Aber sie können die Gefahr einer Infektion anderer im Nahbereich verringern. Coronaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion weitergegeben, also über die Feuchtigkeit des Atems sowie beim Husten, Niesen oder Sprechen. Mit einer Maske können Sie die Menge ausgestoßener Feuchtigkeit verringern, weil sich diese im Stoff ansammelt.

Außerdem unterbindet der Mundschutz das unwillkürliche Anfassen von Mund und Nase.

Alltagsmasken mehrfach verwenden – aber dann auch richtig

  1. Auch selbstgemachte Mund-Nase-Masken sollten mehrlagig sein und an den Rändern gut anliegen.
  2. Berühren Sie die Maske möglichst nur an den Bändern und nur mit sauberen Händen! Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife oder desinfizieren Sie sie vorher.
    Wenn Sie vom Einkaufen nach Hause kommen und alle möglichen Oberflächen berührt haben, waschen oder desinfizieren Sie zuerst Ihre Hände. Nehmen Sie dann die Maske ab und hängen Sie sie auf. Fassen Sie dabei nur die Bänder an. Hände danach nochmal waschen oder desinfizieren.
  3. Hängen Sie die Maske so auf, dass sie nichts berührt und gut trocknen kann. Gut ist beispielsweise ein Haken an einem Hängeschrank, sodass die Maske wirklich frei hängt. Bewahren Sie sie nicht in einem Behälter auf, weil sie darin nicht richtig trocknen kann.
  4. Eine Mund-Nase-Maske sollte mit niemandem geteilt werden. Markieren Sie Ihr Stück z.B. an den Bändern, damit Sie es erkennen.
  5. Die Innenseite bzw. die Filter sollten Sie am besten überhaupt nicht berühren. Beim Wiederanziehen fassen Sie die Bänder möglichst weit hinten an, legen das Gesicht in die Maske und befestigen die Bänder am Kopf.
  6. Falls die Innenseite mit Kontaminationen von außen verunreinigt sein könnte, Einwegartikel im Hausmüll entsorgen und (selbstgenähte) Mehrweg-Masken aus Stoff bei mindestens 60 Grad Celsius mit normalem Vollwaschmittel waschen.

Falls Sie einen Mund-Nase-Schutz wiederverwenden möchten oder müssen, sollten Sie ihn nicht desinfizieren. Dadurch kann laut Robert Koch-Institut die Schutzwirkung beeinträchtigt werden.

Schutz der Hände ist ebenso wichtig

Um eine Übertragung von Coronaviren durch Berührung von Oberflächen und Gegenständen zu vermeiden, ist es wichtig, auf die Händehygiene und die Husten-und-Nies-Etikette zu achten. Warum? Weil Menschen dazu neigen, sich im Alltag selbst an Augen, Mund und Nase zu fassen.

Besonders wirksame Maßnahmen bleiben die AHA+L-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske + Lüften. Ausführlichere Hinweise zum Schutz geben wir in einem separaten Artikel.