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Corona: Welchen Schutz gibt es für Mund und Nase?

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Durch die Corona-Pandemie waren wirksame Mund-Nase-Schutzmasken zeitweise schwer zu bekommen. Es gibt zahlreiche Anleitungen für selbstgemachte Masken. Die können eine Infektion nicht sicher verhindern, aber Infektionsmöglichkeiten mindern. Wir erklären, was man beim Tragen und Waschen beachten sollte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ohne speziellen Filter kann kein Mundschutz Coronaviren aus Mund und Nase fernhalten.
  • Selbstgemachte Mund-Nase-Masken helfen aber dabei, dass Feuchtigkeit aus dem Atem durch Niesen, Husten oder Sprechen nicht so weit in die Umgebung verteilt wird.
  • Wollen Sie Masken mehrfach verwenden, sollten Sie die Textilschicht möglichst nicht berühren und die Masken richtig trocknen lassen.
  • Seit dem 29. April 2020 gilt bundesweit in bestimmten Bereichen die Pflicht zum Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken.
FFP2-Maske mit KN95-Kennzeichnung
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Bundesweite Maskenpflicht

Seit Ende April 2020 haben die Bundesländer das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Teilen des öffentlichen Raums zur Pflicht gemacht. Als wichtiger Teil der sogenannten AHA-Regeln soll so die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro. In einzelnen Bundesländern werden auch höhere Beträge fällig.

Ausreichend sind dabei alle Masken, die Mund und Nase bedecken. Auch einfache Mundschutze, selbst genähte Stoffmasken, d.h. sogenannten Alltags- oder Communitymasken sowie Schals sind ausreichend. Gesichtsvisiere sind vielfach nicht als ausschließlicher Schutz zulässig.

Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keine Mund- und Nasenbedeckung tragen können, sind von der Pflicht ausgenommen. Der Umstand, dass keine Mund- und Nasenbedeckung getragen werden kann, ist in geeigneter Weise glaubhaft zu machen – beispielsweise durch einerentsprechende aussagekräftige ärztliche Bescheinigung.

Wo müssen Mund-Nase-Bedeckungen getragen werden?

Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. In den meisten Bundesländern gilt die Maskenpflicht für Kinder ab 6 Jahren.

In einer Region mit mehr als 35 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen soll nach dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 14.10.2020 der Mund-Nasen-Schutz auch im öffentlichen Raum gelten, wenn Menschen eng oder dicht gedrängt beisammen sind. Das kann z.B. auch in Fußgängerzonen, belebten Straßen und Plätzen, Schulen oder am Arbeitsplatz sein. Bei einer Inzidenz von 50 könnte es eine weitere Ausweitung der Maskenpflicht geben.

Informieren Sie sich am besten auf der Internetseite Ihres Bundeslandes oder Ihrer Gemeinde, welche Regelungen zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung gelten.

Das Robert Koch-Institut erklärt, dass auch eine einfache Maske das Risiko verringern könne, "eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken". Es sei zu vermuten, dass auch "Behelfsmasken" eine Schutzwirkung hätten – also solche, die etwa in Heimarbeit genäht werden.

Einigkeit herrscht bei den grundlegenden Regeln: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen einzuhalten, gründlich die Hände zu waschen (nach jeder Berührung von Flächen und Gegenständen außerhalb der eigenen vier Wände) und in ein Einweg-Taschentuch oder die Armbeuge zu niesen. Ausführlicher lesen Sie die Empfehlungen hier.


Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie auf unserer Übersichtsseite zum Thema.


Feinstaubfilter

Filtermasken (wie man sie aus dem Baumarkt kennt) werden nach ihrer Durchlässigkeit für kleine Teilchen wie Staub oder Viren in drei Klassen eingeteilt: FFP1-Masken lassen am meisten durch (bis zu 22%) und FFP3 am wenigsten (bis zu 2%). Dazu müssen sie dicht an der Haut anliegen. Bei Bartträgern ist das oft nicht der Fall.

FFP2-Masken

Über das Schnellwarnsystem der Europäischen Union, RAPEX, wird immer wieder vor Masken u.a. FFP2-Masken gewarnt, die nicht als Schutzausrüstung zertifiziert sind und daher möglicherweise nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Wenn Sie FFP2-Masken erwerben, sollten folgenden Kennzeichnungen vorhanden sein:

  • Name des Herstellers oder Importeurs,
  • CE Zeichen gefolgt von einer 4 stelligen Nummer,
  • eine Serien-, Chargen- oder Typennummer zur eindeutigen Identifizierung.

Zudem sollte Ihnen beim Kauf der Maske eine Bedienungs- oder Gebrauchsanleitung mitgegeben werden. Fehlen diese genannten Kennzeichnungselemente, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Maske nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Achtung, für FFP2-Masken mit der Kennzeichnung "KN95" gelten folgende Ausnahmen: Diese Masken dürfen übergangsweise auch ohne die oben genannten umfangreichen Kennzeichnungselemente verkauft werden, wenn sie eine Sonderzulassung bzw. Kurzprüfung einer zugelassenen Stelle durchlaufen haben. Ein Zertifikat darüber muss dem Käufer beim Kauf dieser Masken vorgelegt werden. Diese Masken durften offiziell bis 1. Oktober 2020 in den Verkauf gebracht werden, dürfen aber jetzt noch weiter abverkauft werden.

Wenn Sie FFP2-Masken erwerben, die nicht den oben genannten Anforderungen entsprechen oder Sie aus anderen Gründen den Verdacht haben, dass die Masken nicht den geltenden Sicherheitsanforderungen entsprechen, können Sie sich an die Bezirksregierung Ihres Wohnorts oder die in Ihrem Bundesland zuständige Behörde.

FFP2-Masken mit Ventil sollten Sie nicht verwenden. Sie schützen zwar Sie, aber nicht Ihr Umfeld.

Detailliertere Infos zu unterschiedlichen Masken bieten zum Beispiel die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und die Berufsgenossenschaft für Gesundheit und Wohlfahrtspflege.

Einfache Textilmasken halten keine Viren ab

Einfache Textilmasken, die Mund und Nase bedecken, halten zwar keine Viren von Ihnen ab. Aber sie können die Gefahr einer Infektion anderer im Nahbereich verringern. Coronaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion weitergegeben, also über die Feuchtigkeit des Atems sowie beim Husten, Niesen oder Sprechen. Mit einer Maske können Sie die Menge ausgestoßener Feuchtigkeit verringern, weil sich diese im Stoff ansammelt.

In der ersten Folge des neuen Podcasts beschäftigen wir uns mit dem Thema "Einkaufen in der Corona-Pandemie". Themen: Hygieneregeln im Laden - Helfen Handschuhe? Wie funktioniert kontaktloses Bezahlen? Wer hat das Hausrecht im Supermarkt?

Datum: 24. April 2020
Moderator: Oliver Havlat, Redaktionsleiter von verbraucherzentrale.de
Gast: Annalena Marx, Verbraucherzentrale Brandenburg

Maskenträger können andere Menschen vor einer Tröpfcheninfektion schützen, falls sie selbst das Coronavirus in sich tragen.

Außerdem unterbindet der Mundschutz das unwillkürliche Anfassen von Mund und Nase.

Masken mehrfach verwenden – aber richtig

Wenn Sie keine Einwegmasken bekommen, können Sie notfalls selbst welche nähen und mehrfach tragen, um das Infektionsrisiko für Personen in Ihrer Umgebung z.B. beim Einkaufen zu verringern. Vor allem in sozialen Medien gibt es Anleitungen dazu. Dabei sollten Sie folgende Hinweise zur Handhabung beachten:

  1. Auch selbstgemachte Mund-Nase-Masken sollten mehrlagig sein und an den Rändern gut anliegen.
  2. Berühren Sie die Maske möglichst nur an den Bändern und nur mit sauberen Händen! Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife oder desinfizieren Sie sie vorher.
    Wenn Sie vom Einkaufen nach Hause kommen und alle möglichen Oberflächen berührt haben, waschen oder desinfizieren Sie zuerst Ihre Hände. Nehmen Sie dann die Maske ab und hängen Sie sie auf. Fassen Sie dabei nur die Bänder an. Hände danach nochmal waschen oder desinfizieren.
  3. Hängen Sie die Maske so auf, dass sie nichts berührt und gut trocknen kann. Gut ist beispielsweise ein Haken an einem Hängeschrank, sodass die Maske wirklich frei hängt. Bewahren Sie sie nicht in einem Behälter auf, weil sie darin nicht richtig trocknen kann.
  4. Wie die eigene Zahnbürste sollte auch eine Mund-Nase-Maske mit niemandem geteilt werden. Markieren Sie Ihr Stück z.B. an den Bändern, damit Sie es erkennen.
  5. Die Innenseite bzw. die Filter sollten Sie am besten überhaupt nicht berühren. Beim Wiederanziehen fassen Sie die Bänder möglichst weit hinten an, legen das Gesicht in die Maske und befestigen die Bänder am Kopf.
  6. Falls die Innenseite mit Kontaminationen von außen verunreinigt sein könnte, Einwegartikel im Hausmüll entsorgen und (selbstgenähte) Mehrweg-Masken aus Stoff bei mindestens 60 Grad Celsius mit normalem Vollwaschmittel waschen.

Falls Sie einen Mund-Nase-Schutz wiederverwenden möchten oder müssen, sollten Sie ihn nicht desinfizieren. Dadurch kann laut dem Robert-Koch-Institut die Schutzwirkung beeinträchtigt werden.

Einwegmasken nicht selbst reinigen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnt laut Medienberichten davor, dass 70 Grad bei einer Trockenreinigung von Masken des medizinischen Personals nicht ausreichten, um infektiöse Viruspartikel vollständig zu inaktivieren. So ein Verfahren wird unter anderem in Krankenhäusern angewendet, um Einwegmasken mehrfach nutzen zu können. Das BfArM empfiehlt dort stattdessen eine Erhitzung auf 90 Grad für 90 Minuten, brauche aber noch weitere Prüfergebnisse.

Einwegmasken sollten Sie zu Hause nicht reinigen! Sie gehören nach dem Einsatz in den Restmüll. Beim Waschen von Mehrweg-Behelfsmasken aus Baumwolle mit Vollwaschmittel sind keine 90 Grad notwendig, weil Tenside im Waschmittel die Schutzhülle der Viren zerstören und sie somit handlungsunfähig machen. Die Hülle wird auch durch Seife zerstört, wenn sie mindestens 20 Sekunden auf der Haut ist. Deshalb ist regelmäßiges längeres Händewaschen wichtig.

Schutz der Hände ist ebenso wichtig

Um eine Übertragung von Coronaviren durch Berührung von Oberflächen und Gegenständen zu vermeiden, ist es wichtig, auf die Händehygiene und die Husten-und-Nies-Etikette zu achten. Warum? Weil Menschen dazu neigen, sich im Alltag selbst an Augen, Mund und Nase zu fassen.

Besonders wirksame Maßnahmen bleiben die AHAL-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften. Ausführlichere Hinweise zum Schutz geben wir in einem separaten Artikel.