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Butter bei die Fische: So geht nachhaltiger Fischeinkauf

Stand:

Wer Fisch aus ökologisch nachhaltiger Fischerei kauft, tut drei Mal Gutes: Das wichtige Ökosystem Meer bleibt intakt, die Fischbestände werden nicht zu sehr überfischt und der Fisch bleibt der Menschheit als weltweite Nahrungsquelle erhalten.

Dorade mit Luftblasen aus Zwiebelringen
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Fisch ist Teil einer gesunden Ernährung und liefert wertvolle Eiweiße, Fettsäuren und Mineralstoffe. Doch Wildfisch und Meeresfrüchte werden immer knapper: Überfischung und schädliche Fangmethoden lassen die globalen Fischbestände stetig schrumpfen, bedrohen den Fortbestand ganzer Arten und schädigen die Meeresumwelt schwer.

Nachhaltige Fischerei mit verbindlichen Fangquoten und umweltschonenden Fangmethoden kann helfen die Artenvielfalt im Meer zu schätzen und gewährleisten, dass auch künftige Generationen noch Fisch auf dem Speiseplan haben. Doch welcher Fisch wurde nachhaltig gefangen? Wir sagen's Ihnen.

Die acht wichtigsten Fragen und Antworten

1. Woran erkenne ich nachhaltig gefangenen Fisch?

Suchen Sie im Ratgeber den Namen des Fisches, sowie das Fanggebiet und die Fangtechnik auf dem Etikett.  Auch eine Zertifizierung hilft weiter. Orientieren Sie sich an den Farben in unserem Ratgeber.  

  • Grün bedeutet:
    Die Fischerei ist insgesamt ausreichend ökologisch nachhaltig. Der Einkauf ist empfehlenswert.
  • Gelb bedeutet:
    Die Fischerei ist nur bedingt ökologisch nachhaltig. Der Einkauf ist nur wenig empfehlenswert.
  • Rot bedeutet:
    Die Fischerei ist nicht ökologisch nachhaltig. Der Einkauf ist nicht empfehlenswert. Suchen Sie nach Alternativen.

 

2. Wo genau kommt mein Meeresfisch her?

Sie müssen nicht im Trüben fischen, denn diese Frage lässt sich leicht klären. Sehen Sie sich dazu den Hinweis auf dem Etikett oder an der Fischtheke an. Häufig steht dabei „gefangen in …“, denn die Welternährungsorganisation (FAO) teilt die Weltmeere in 19 Gebiete auf. Der Name oder die Nummer des FAO-Fanggebietes, in dem der Fisch gefangen wurde, muss deklariert werden.

Beispiel: Fanggebiet FAO 67 (Nordostpazifik). Manchmal werden auch kleinere Gebiete angegeben, z. B. FAO 27-16 (Nordostatlantik, Nordsee).

3. Wie wird die Herkunft von Zuchtfischen gekennzeichnet?

Wurden Fische in Teichen oder Aquakulturen geszüchtet, dann erfolgt der Hinweis „aus Aquakultur“ oder „gezüchtet in…“ Es muss das Land angegeben werden, in dem die Fische die finale Entwicklungsphase durchlaufen haben. Stammen Fische aus Binnengewässern wie Seen, dann erfolgt der Hinweis „aus Binnenfischerei“.

4. Wie nachhaltig werden Fische gefangen?

Einige Netze für Wildfische können der Umwelt schaden. Dazu gehören insbesondere Grundschleppnetze, da diese Fangmethoden negative Effekte auf Ökosysteme am Meeresboden verursachen und im schlimmsten Fall zerstörerisch wirken. Einige Fangmethode wie Treibnetze führen zudem zu sehr viel „Beifang“, d.h. es werden auch andere Meeresbewohner wie Delphine, Schildkröten oder zu kleine Jungfische mitgefangen. Die Fangmethoden müssen auf dem Etikett stehen.

5. Müssen alle Fische mit der Herkunft und den Fangmethoden gekennzeichnet werden?

Bei fast allen Fischen muss die Herkunft erkennbar sein, vor allem bei den naturbelassenen Exemplaren wie Frischfisch, Räucherfisch, bearbeiteten Tiefkühl-Fischerzeugnissen sowie rohen und bearbeiteten Krebs- und Weichtieren. Leider sind verarbeitete und zubereitete Produkte, z. B. Heringssalat oder Fischsuppe, von dieser Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Auch im Restaurant erfährt man nur in ganz seltenen Fällen etwas über die Herkunft der Fische.

6. Welche Siegel helfen wirklich beim Einkaufen?

Ein staatlich kontrolliertes Siegel für einen nachhaltigen Fischeinkauf wäre sehr nützlich. Doch leider gibt es das noch nicht. Erste wichtige Schritt in Richtung Nachhaltigkeit sind Siegel, die Auskunft über die ökologischen Auswirkungen von Fischereien geben. Nicht immer sind wir mit allen Vorgaben oder der Effizienz von Kontrollen zufrieden. Die meisten Fische mit Siegeln werden in diesem Ratgeber jedoch mit „grün“ bewertet, beim MSC-Siegel immerhin 70 %. Aber 30 % erhalten trotz MSC-Label die Bewertungen “gelb“ oder sogar „rot“. Es kommt also immer auf den Einzelfall an. 

7. Wie aktuell sind die Bewertungen und woher stammen diese?

Die Bewertungen beruhen nicht auf Einzelmeinungen, sondern sind auf Grundlage der Beurteilung von vier anerkannten Institutionen erfolgt: WWF (Deutschland), Monterey Bay Aquarium (USA), Marine Conservation Society (Großbritannien) und Fishsource. Unsere Vorgaben waren: Die Bewertungen müssen unabhängig erfolgen, wissenschaftlich fundiert sein, die Auswirkungen auf die Meeresumwelt berücksichtigen und ein Mal jährlich aktualisiert werden. Da uns die Aktualität so wichtig ist, sind die Bewertungen bis maximal 31.03.2021 gültig.

8. Was tun, wenn im Supermarkt oder beim Fischhändler auch Fische angeboten werden, die mit „rot“ bewertet werden?

Erkundigen Sie sich vor Ort nach anderen Fischen, die von uns „grün“ oder zumindest „gelb“ bewertet werden. Im besten Fall helfen Nachfragen dabei, dass Anbieter ihr Sortiment verändern. Denn fragende Kunden signalisieren, dass sie mit dem Angebot nicht zufrieden sind. Die Anbieter möchten Ihnen schließlich auch zukünftig noch Fisch verkaufen. Slowfood hat leckere Rezeptideen entwickelt, die Ihnen dabei helfen, „rote“ Fische gegen „grüne“ auszutauschen.

Wo kann ich den Ratgeber bestellen und was kostet er?

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Alternativ können Sie hier unseren Ratgeber auch als PDF-Datei herunterladen.