Das Wichtigste in Kürze:
- Podcast thematisiert Onlinekonsum aus Verbrauchersicht
- Vier neue Folgen zu Dark Patterns, Anbietern aus Fernost, Social Shopping und KI
- In allen gängigen Podcast-Apps verfügbar
Der Wunsch, sich umfassender mit den Tricks kommerzieller Online-Anbieter auseinanderzusetzen, mit denen Menschen zum Konsumieren verführt werden, sei ein Resultat aus den zahlreichen Gesprächen der ersten Staffel dürfen die das?, berichtet Patrick Lohmeier von der Verbraucherzentrale Berlin. Er produziert und moderiert den Podcast im Rahmen eines vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) geförderten Projekts.
In der ersten Staffel wurden alle Facetten unseriöser Onlinewerbung beleuchtet – von falschen Heilversprechen bei Instagram über Anzeigen mit Deepfake-Promis bis hin zu als Testberichten getarnten Werbeartikeln. „Oft hörte ich da, man könne die Menschen mit einer konsequenten Gesetzgebung und Verbraucherbildung vor solchen Phänomenen schützen. Doch mir stellte sich im Nachgang die Frage: Wie schützen wir uns eigentlich vor der Manipulation unseres Klick- und Kaufverhaltens, wenn wir kommerzielle Angebote gar nicht mehr als solche wahrnehmen?“, so Lohmeier.
Bleibende Herausforderungen beim Onlinekonsum
Die zweite Podcaststaffel fühlt dabei zunächst dem Status Quo der Verbraucherfreundlichkeit im Onlinehandel auf den Zahn. Der ernüchternde Befund: Trotz zunehmend strengerer Gesetze sind manipulative Shopdesigns (Dark Patterns) und dubiose Nutzerwertungen immer noch weit verbreitet. Viele Shops ziehen alle Register von undurchschaubaren Klickstrecken bis hin zu Minispielen um Bonuspunkte und Rabatte, um Kund*innen zum Kauf zu verführen.
Auch die seit rund drei Jahren sehr präsenten China-Shops sind Verbraucherschützer*innen weiterhin ein Dorn im Auge, meist aufgrund der mangelnden Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit der bei SHEIN, Temu und Co. verkauften Produkte. Die oft spielerisch und unterhaltsam präsentierten Angebote machen eine Kaufentscheidung nach objektiven Kriterien schwer bis unmöglich. „Ich kann natürlich dort auch Produkte kaufen, die ich brauche. Vor allem geht es aber darum, Produkte zu kaufen, die ich eigentlich nicht brauche“, fasst Dr. Julia Gerhards, Datenschutz-Expertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, im Podcast zusammen.
Wohin geht die digitale Reise?
Die neuesten Trends im E-Commerce weisen in Richtung Social Shopping und den zunehmenden Einsatz generativer künstlicher Intelligenz. Insbesondere die App TikTok des Konzerns Bytedance ist dafür prädestiniert, unser Online-Kaufverhalten in den nächsten Jahren neu zu definieren. „Wir haben uns in den letzten zwei Jahrzehnten daran gewöhnt, dass Creator auf Social-Media-Plattformen Trends und Themen setzen, aus denen im Anschluss mittels Werbung und Links zu Onlineshops Kapital geschlagen wird. TikTok muss gar nicht erst auf den nächsten Hype warten, sondern erschafft diesen einfach selbst – und verkauft ihn dann im eigenen Shop!“, so Lohmeier.
Die KI als Shoppingberaterin
Auch der Einsatz von künstlicher Intelligenz für kommerzielle Zwecke stellt Verbraucherschützer, Politik und vor allem Kund*innen vor wachsende Herausforderungen. Nicht zuletzt, weil sich die Technologie so rasend schnell entwickelt und es nicht immer einfach ist, die Qualität der bereitgestellten Informationen zu bewerten. Monika Imschloß, Professorin für Markt- und Konsumverhalten an der Fernuniversität Hagen, benennt im Podcast die Vorteile, die Chatbots wie ChatGPT, Gemini und Co. für Verbraucher*innen bereithalten, verschweigt aber auch nicht die Risiken.
Weitere Informationen
dürfen die das? ist ein Podcast der Verbraucherzentrale Berlin, gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). Alle vier Folgen der zweiten Staffel unter der Leitfrage „Lebst du noch oder shoppst du schon?“ sind werbefrei und kostenlos in allen gängigen Podcast-Apps (Spotify, Apple Podcasts, Deezer, Podcast Addict, Antennapod u.a.) verfügbar. Alle Folgen finden Sie auch auf www.verbraucherzentrale-berlin.de.
