Virtuelle Partnersuche: Welche Möglichkeiten gibt es?

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Kontaktbörsen, Partnervermittlungen, Singlebörsen – es gibt viele Wege einen Partner online zu finden. Die Verbraucherzentralen erklären, was genau sie unterscheidet und worauf Sie bei der jeweiligen Art der Partnersuche im Netz achten sollten.
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Das Wichtigste in Kürze:

  • Partnervermittlungen unterbreiten Ihnen konkrete Partnervorschläge, die anhand Ihrer persönlichen Angaben und Suchkriterien nach Übereinstimmung ausgewählt werden.
  • Bei Singlebörsen suchen Sie auf einem Portal selbst aktiv nach Personen, die Sie kennenlernen möchten. 
  • Wichtig: Bei den Kündigungsfristen gelten unterschiedliche Regelungen für Partnervermittlungen und Singlebörsen.
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Was sind Single- und Kontaktbörsen?

Auf der Suche nach Kontakt oder einer Partnerschaft steuern Alleinstehende häufig Online-Flirtportale und -Partnerbörsen an. Häufig werden dabei Begriffe wie Partnervermittlungen, Kontaktbörsen oder Singlebörsen im Internet synonym verwendet. Doch es gibt Unterschiede.

Bei Singlebörsen stellt ein Anbieter lediglich die Plattform zur Verfügung, auf der Partnersuchende ihr Profil eingeben können. Das Einstellen persönlicher Angaben und Fotos erfolgt in der Regel kostenlos. Gebühren fallen erst an, wenn die Nutzer:innen aktiv werden und sich für eine Premium-Mitgliedschaft anmelden, um mit anderen Mitgliedern Kontakt aufzunehmen.

Gerade scheinbar kostenfreie Dating-Seiten können werden schnell teuer werden. Oft ist die Nutzung nur wenige Tage gratis und danach starten teure Abos. Manchmal kostet auch jetzt Nachricht extra. So kann ein dass ein vermeintlicher Flirt schnell ins Geld gehen. 

Seien Sie auch vorsichtig bei Dating-Seiten mit "moderiertem Inhalt". Dort setzen Plattformbetreiber Chatbots oder Fake-Singles ein, um Sie zum kostenpflichtigen Schreiben zu animieren. Dieses Vorgehen ist zwar unzulässig, bringt Nutzer:innen Seite am Ende aber großen Ärger ein - etwa, wenn Inkassobüros hohe Forderungen eintreiben wollen.

Auf Kontaktbörsen wird gechattet und geflirtet. Doch nicht jeder, der sich in einer Kontaktbörse tummelt, ist auf der Suche nach einer festen Bindung. Um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen, sollten Sie Ihren vollen Namen und die Rufnummer daher erst dann preisgeben, wenn Sie Ihrem virtuellen Gegenüber vertrauen. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie beim Online-Dating eine eigens dafür angelegte E-Mail-Adresse nutzen, die Sie später wieder löschen können.

Was versteht man unter Partnervermittlungen?

Bei Partnervermittlungen wird Ihnen die Suche nach einem geeigneten Partner abgenommen. Hierfür füllen Sie zu Beginn einen umfangreichen Fragebogen aus - mit Angaben zu Ihrer Person, zu Ihren persönlichen Ansichten und Wünschen. Sie entscheiden dabei selbst, welche Informationen Sie von sich preisgeben wollen.

Auf der Basis des von Ihnen erstellten Profils schickt Ihnen das virtuelle Partnervermittlungsinstitut anschließend passende Vorschläge per E-Mail zu. Sie haben es dann selbst in der Hand, ob und wie Sie die ermittelten Partner-Vorschläge nutzen wollen. Stimmen die persönlichen Angaben nicht überein, fallen viele von vornherein durchs Raster. 

Beachten Sie zudem: Partnerinstitute beschönigen gerne Kontaktvorschläge oder geben andere Kontaktvorschläge als gewünscht. Zudem sind Fälle bekannt, in denen angeblich passende Singles nicht wirklich eine Beziehung wollen und ganz andere Interessen haben - und damit von vornherein nicht passen. 

Lassen Sie sich über längere Zeit Partnervorschläge von einer Online-Agentur für Partnervermittlung zuschicken, kann die Partnervermittlung im Netz ganz schön ins Geld gehen. Vorschläge über eine Partnervermittlung kosten meist mehrere Tausend Euro - ohne Erfolgsgarantie.

Was sind Vergleichsportale für Flirt- und Singlebörsen?

Vergleichsportale im Internet helfen Ihnen dabei, eine geeignete Singlebörse zu finden. Doch oft führen solche Rankingdienste, die mit den "besten Singlebörsen" oder mit "Partnervermittlungen im Test" werben, Nutzer:innen in die Irre und verursachen neben Enttäuschung auch hohe Kosten.

Auch eine Singlebörse sehr guten Bewertungen bietet keine Garantie, dass Sie bei der Partnersuche nicht auf geschönte Profile oder irreführende Versprechen stoßen, die am Ende oft auch noch viel Geld kosten. Die Testverfahren und Vorempfehlungen von Vergleichsportalen sind weder transparent noch unbestechlich. Ihre Empfehlungen orientieren sich meist an den Provisionen, die Dating-Dienste bereitwillig für ein vermeintlich gutes Testergebnis im Netz zahlen.

Vergleichsportale liefern zwar einen Überblick über Dienste und geizen nicht mit Spitzennoten. Nach welchen Kriterien eine Bewertung erfolgt, ist jedoch nicht erkennbar. Auffällig ist zudem, dass selbst die Angebote auf den hinteren Plätzen meist nur positiv bewertet werden. Viele Vergleichsportale sind in erster Linie an einem Vertragsabschluss ihrer User mit einer Singlebörse interessiert, weil sie dann eine Provision kassieren. Deshalb haben negative Erläuterungen zu Singlebörsen auf den unteren Rängen ihres Portals keinen Platz.

Gesundes Misstrauen – Tipps für die virtuelle Partnersuche

  • Überlegen Sie im Vorfeld gut, welchen Partner Sie suchen: mittlerweile gibt es spezialisierte Dating-Seiten nur für Tierfreunde, Kunstliebhaber oder Sportbegeisterte. Hier finden Sie möglicherweise besser Gleichgesinnte als auf allgemeinen Dating-Seiten.
  • Lassen Sie sich bei Vergleichsportalen nicht von generell positiven Bewertungen und deutlich hervorgehobenen Bestnoten blenden. Sofern Vergleichsportale Kriterien in Form von Testberichten liefern, ist es für eine Beurteilung auch wichtig zu erfahren, aus welcher Quelle die Tests stammen und wer sie verfasst hat.
  • Um von vornherein zu vermeiden, dass Sie an einen unseriösen Dienst geraten, sollten Sie vor einer Registrierung oder Vertragsvereinbarung prüfen, ob Namen, Adresse, Rufnummer und ein Verantwortlicher im Internetangebot genannt sind.
  • Außerdem sollten Sie das Kleingedruckte, also die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, genau anschauen. Achten Sie hierbei zum Beispiel darauf, dass der Anbieter persönliche Daten nicht ohne ausdrückliches Einverständnis an Dritte etwa für Werbezwecke weitergeben darf.
  • Achten Sie darauf, ob die Seite nur echte Singles hat oder die Plattform "moderierte" Chats oder Ähnliches bietet.
  • Ein gesundes Misstrauen ist hilfreich, um nicht auf vorgetäuschte Identitäten hereinzufallen. Seiten mit verifizierten Nutzer:innen bewahren Sie eher vor Abzocke.
  • Achten Sie auf versteckte Zusatzkosten für Kontaktaufnahmen. Einige Seiten arbeiten mit teuren 0900er-Nummern oder kostenpflichtigen Premium-SMS.
Tipps für die virtuelle Partnersuche
Erstellt mit canva.com

Welche Kündigungsmöglichkeiten habe ich beim Online-Dating?

Um einen Vertrag zu kündigen, müssen Sie Kündigungsfristen einhalten. Eine fristlose Kündigung ist normalerweise nur aus besonderen Gründen möglich. Bei Partnervermittlungsverträgen ist es jedoch nicht einfach, Kündigungsgründe zu benennen und dann auch noch zu beweisen. 

Die Gründe, warum ein vorgeschlagener Kontakt nicht den eigenen Erwartungen entspricht, können sehr unterschiedlich sein und betreffen mitunter persönliche oder sensible Bereiche. Sie sollten also nach einer Möglichkeit suchen, den Vertrag mit sofortiger Wirkung und ohne Angabe von Gründen zu beenden. 

Ob ein außerordentliches Kündigungsrecht besteht, hängt davon ab, welche Art der Partnervermittlung Sie nutzen. Bei einer klassischen Vermittlung wählen die Mitarbeiter:innen des Instituts passende Kontakte aus. Das gilt als besonderes Vertrauensverhältnis und begründet damit auch ein außerordentliches Kündigungsrecht. Bei einer Online-Dating-Seite und dem bloßen Abfragen von passenden Vorschlägen oder Daten gilt dies jedoch nicht.

Im Fall von Parship stellte der Bundesgerichtshof in einem Urteil vom 17. Juli 2025 (Az III ZR 388/23) klar, dass die automatische Vertragsverlängerung für Sechsmonatsverträge unwirksam sei. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte dagegen geklagt

Die Richter entschieden, dass es Mitgliedern nicht zumutbar sei, mindestens zwölf Wochen vor Ablauf des Vertrages kündigen zu müssen, wenn sie sich kein weiteres ganzes Jahr an die Plattform binden wollten. Betroffen waren Parship-Verträge, die bis Februar 2022 abgeschlossen wurden. Auf andere Vertragsmodelle, beispielsweise Verträge mit einer Erstlaufzeit von zwölf und 24 Monaten, ist dies jedoch nicht anwendbar.

Weitere Tipps für den Umgang mit Online-Singlebörsen, damit die Partnersuche im Netz nicht im Rechnungsfrust endet, finden Sie im verlinkten Artikel.

Falsche Siegel und Fake-Profile erkennen

Auf welchen Portalen häufig Fake-Profile flirten und welche üblichen Formulierungen auf Fake-Profile hinweisen können, finden Sie im verlinkten Artikel.

 

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