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Neue Heizung – Welche ist die Richtige?

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Welche Heizung passt zu Ihrem Haus? Wir geben Ihnen einen Überblick zu den gängigen Heizungssystemen und sagen, welche Vor- und Nachteile es gibt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Planen Sie einen Heizungstausch frühzeitig, bevor Ihre Heizung kaputt geht!
  • Bei den konventionellen Energieträgern bildet der Brennwertkessel den aktuellen technischen Standard.
  • Umweltfreundlicher ist das Heizen mit erneuerbaren Energien. Der Wechsel zahlt sich dank attraktiver Förderprogramme oft schnell aus.
  • Die CO2-Abgabe macht ab 2021 das Heizen mit Heizöl und Gas deutlich teurer.
Pelletkessel im Keller
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Steht bei Ihnen ein Neubau oder eine Sanierung an? Sie können zwischen einer Vielzahl an Heizsystemen wählen. Diese unterscheiden sich nicht nur beim Energieträger, sondern auch in der eingesetzten Technik, ihrer Effizienz, Wirtschaftlichkeit und den Umweltbelastungen. Wir stellen Ihnen die gängigsten Heizungsarten vor und bieten Ihnen eine erste Orientierung im Heizungsdschungel.

Neue Heizung: An die Zukunft denken

Entscheiden Sie sich zukunftsorientiert: planen Sie Ihren Heizungsaustausch frühzeitig und sorgfältig. Mitunter müssen Sie zusätzliche Faktoren beachten, wie gesetzliche Vorgaben oder die Erneuerung weiterer Bauteile.

Überlegen Sie auch, ob alternative Heizsysteme wie eine Wärmepumpe, Pelletheizung oder Solarthermie-Anlage in Ihrer individuellen Situation in Frage kommen. Diese klimafreundlichen Alternativen zu den fossilen Brennstoffen Öl und Gas werden sowohl im Neubau als auch bei Sanierungen im Gebäudebestand immer beliebter. Sie wirken sich nicht nur positiv auf den eigenen Geldbeutel aus, sondern auch auf die Umwelt. Es gibt auch sogenannte Hydridheizungen, wenn Sie nicht komplett auf erneuerbare Systeme umsteigen wollen. Lassen Sie sich hier von einer unabhängigen Fachkraft beraten. Sie hilft bei einer genauen Abschätzung und Planung in Ihrem individuellen Fall.

Brennwertkessel – der effiziente Heizkessel

Heizkessel sind der Klassiker zur Wärmeerzeugung im Wohngebäude. Stand der Technik sind bei Gas und Heizöl Brennwertkessel. Dennoch gibt es noch viele Gebäude mit klassischen Heizwertkesseln. Sie sind technisch veraltet und sollten ausgetauscht werden. Hierzu gehören: Konstanttemperaturkessel, Standardkessel sowie Niedertemperaturkessel.

Brennwertkessel arbeiten effizienter als Heizwertkessel

Brennwertkessel sind deutlich effizienter, weil sie auch die Restwärme aus dem Abgas nutzen. Ihr größter Vorteil ist, dass es sich um einen vergleichsweise einfachen Austausch mit niedrigen Investitionskosten handelt. Die Mehrkosten gegenüber einem veralteten Heizwertkessel amortisieren sich innerhalb weniger Jahre. Da beim Brennwertkessel der Wasserdampf im Abgas kondensiert, müssen Sie gegebenenfalls noch mit zusätzlichen Kosten für einen neuen Abwasseranschluss und eine Nachrüstung Ihres Schornsteins rechnen.

Bei Brennwertkesseln handelt es sich um eine klassische Heiztechnik – meist sind Öl- oder Gas-Kessel gemeint. Die Brennwerttechnik wird aber beispielsweise auch bei Pelletheizungen eingesetzt. Sie sollten einen Anstieg des Öl- und Gaspreises durch steigende CO2-Abgaben einkalkulieren. Bestenfalls informieren Sie sich über alternative Heiztechniken unter dem Einsatz von erneuerbaren Energieträgern wie der Sonne oder Holz oder prüfen ob nicht auch eine Wärmepumpe für Sie in Frage kommt. Brennwertkessel werden häufig mit einer Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung kombiniert  – eine Verbindung von fossilen und erneuerbaren Energieträgern ist sehr gut möglich. Eine Förderung für fossile Brennwertkessel gibt es nur unter der Bedingung, dass spätestens nach 2 Jahren erneuerbare Energien eingebunden werden – zum Beispiel Solarthermie.

Solarthermie: Solaranlage für Warmwasser und Heizung

Solarthermische Anlage

Sonnenenergie für Strom und Wärme nutzen? Das geht: Während Sie für die Stromerzeugung eine Photovoltaikanlage  installieren, brauchen Sie zur Wärmeerzeugung eine Solarthermie-Anlage. Diese können Sie für die Warmwassererwärmung nutzen und auch zur Heizungsunterstützung. Da Sonnenenergie nicht gleichmäßig übers Jahr verteilt verfügbar ist, werden solarthermische Anlagen oft mit modernen Brennwertkesseln kombiniert. Aber auch eine Kombination mit einem Pelletkessel oder einer Wärmepumpe kann sinnvoll sein.

Solarthermie ist gut mit einem Pelletkessel oder einer Wärmepumpe kombinierbar

Bei der Planung und Dimensionierung einer solarthermischen Anlage sollten Sie alle Komponenten beachten: die Solarkollektoren auf dem Dach, die Solarstation mit Regelung sowie den Sepicher für das Warmwasser. So hängt der Ertrag einer Solaranlage beispielsweise von Fläche, Ausrichtung und Neigung der Kollektoren ab. Bei einer gewünschten Heizungsunterstützung muss die Kollektorfläche größer ausfallen. Und es muss zusätzlich ein Pufferspeicher für die Heizung installiert werden. Aber: Ein zu großer Wärmeertrag bringt keine Ersparnis, wenn Sie die erzeugte Wärme nicht für Warmwasser oder zum Heizen benutzen. Deshalb sollten Sie eine Solaranlage in erster Linie für den tatsächlichen Warmwasser- oder Heizwärmebedarf planen. Dieser ist wiederum abhängig von der Anzahl der Personen in Ihrem Haushalt sowie der Wohnfläche des Gebäudes. Nach einer groben Einschätzung können Sie Anschaffungs- und Investitionskosten berechnen. Dabei hilft Ihnen eine fachkundige Beratung oder eine Fachfirma.

Grundsätzlich gilt: 40–60 Prozent des erforderlichen Energiebedarfs eines 4-Personen-Haushalts für Warmwasser kann abgedeckt werden.

Beim Neubau oder einem gut sanierten Altbau können Sie mit einer Solarthermie-Anlage auch Ihre Heizung unterstützen. Solarkollektorfläche und Pufferspeicher werden dann abhängig von der Wohnfläche und dem Wärmebedarf des Gebäudes deutlich größer ausgelegt – die höheren Investitionskosten werden durch höhere Brennstoffeinsparungen ausgeglichen. Gut ausgelegte Solaranlagen zur Heizungsunterstützung können 20 Prozent des Wärmebedarfes des Gebäudes decken.

Sehr gut: keinerlei CO2 Emissionen

Solarthermie weist eine sehr gute Umweltbilanz auf: Sonnenenergie ist ein unerschöpflicher Energieträger, der keinerlei CO2 Emissionen verursacht – und das sogar kostenlos. Das wirkt sich auch auf die Betriebskosten aus: In den Sommermonaten können Sie Ihren Heizkessel komplett ausschalten – das schont den Kessel und die Solaranlage übernimmt die Arbeit. Umgekehrt gilt:  In den Wintermonaten mit wenig Sonnenstunden produziert die Anlage sehr wenig Energie.

Bei der Installation müssen Sie bedenken, dass Leitungen und Kabel verlegt werden müssen, um die Wärme vom Dach zum Heizungskeller oder Haustechnikraum zu bringen. Dabei werden oft alte Schornsteinschächte genutzt – dennoch müssen die Leitungen bei den Investitionskosten eingeplant werden.

Wir haben für Sie ausführliche Informationen zu Kosten und Nutzen, Einsatzmöglichkeiten und Voraussetzungen einer Solarthermie-Anlage zusammengefasst. In unserem Ratgeber "Heizung" sowie Ratgeber "Strom und Wärme: Wege zum energieautarken Haus"  finden Sie vertiefende Informationen.

Heizen mit Holz: Der nachwachsende Rohstoff

Scheitholz und Pellets

Holz als Energieträger ist beliebt: In Form von Scheitholz oder Pellets ist es nahezu CO2-neutral, umweltfreundlich und kann wirtschaftliche Vorteile bieten.

Kamin- und Kachelöfen

Ein Kamin oder Kachelofen, auch "Einzelraumfeuerungsanlage", "Raumheizer" oder "Speicherofen" genannt, schafft eine Wohlfühlatmosphäre, erwärmt aber meist nur ein Zimmer – ist also weder effizient noch besonders klimafreundlich. Gerade deswegen wird er gerne als Zweitheizung installiert. Eine Nutzung als alleinige Heizung ist nicht sinnvoll. Denn selbst als gemütliche Zweitheizung bringt ein Kaminofen keine Ersparnis: Wenn ohnehin eine Zentralheizung installiert ist, ist das zusätzliche Heizen mit Holz meist teurer als die Wärme der Zentralheizung.

Ein bereits bestehender Kamin kann gegebenenfalls durch das Nachrüsten einer Wassertasche in das Heizungssystem eingebunden werden. Das macht den Kamin klimafreundlicher.

Beim Kauf sollten Sie unbedingt die gesetzlichen Anforderungen an das Emissionsverhalten beachten – das heißt insbesondere: Wie viel Feinstaub setzt der Kamin oder Ofen frei? Hier müssen die Hersteller mit einem Zertifikat die Einhaltung der Feinstaub- und CO-Grenzwerte entsprechend der ersten Bundesimmisionsschutzverordnung (1.BImSchV) belegen. Aufgrund  der 1.BImSchV müssen bis Ende 2020 alle alten Kaminöfen, Kachelofeneinsätze sowie Heizkamine mit einer Typprüfung zwischen 1985 und Ende 1994 stillgelegt, nachgerüstet oder ausgetauscht werden, wenn sie die vorgegebenen Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid nicht erfüllen.

Die Investitionskosten für einen Kamin- oder Kachelofen halten sich durch zahlreiche Fördermittel und Anreizprogramme in Grenzen. Dafür müssen Sie andere regelmäßige Kosten einplanen: So ist das Reinigen des Abgasweges  durch einen Schornsteinfeger 3 bis 4 Mal im Jahr gesetzlich vorgeschrieben.

Nachteile gibt es bei der Logistik: Hier sollten Sie bedenken, dass das Holz unbedingt trocken gelagert werden muss – das braucht verhältnismäßig viel Platz. Denn feuchtes Holz erzeugt nur halb so viel Wärme wie lufttrockenes Holz!

Richtig heizen? Achten Sie auf die korrekte Benutzung des Ofens und des Holzes: Was passiert, wenn Holz verbrennt? Was ist gutes und sauberes Holz? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie im kostenlosen E-Book "Heizen mit Holz" des Umweltbundesamtes.

Holzpelletkessel: Vollautomatisch heizen mit Pellets

Pelletkessel mit Lagerung im Keller

Wer mit Holz heizen möchte, sollte lieber auf einen Holzpelletkessel zurückgreifen. Sie werden meistens im Keller installiert und – nach einer etwa jährlichen Auffüllung – vollautomatisch mit Holz oder den sogenannten Holzpellets befeuert. Der Betrieb ist also ähnlich komfortabel wie bei einem Öl- oder Gas-Heizkessel. Nur die Asche muss wenige Male im Jahr entsorgt werden und die Kontrolle durch den Schornsteinfeger ist aufwändiger als bei einem herkömmlichen Kessel.

Holzpellets sind günstiger als Öl oder Gas

Holzpellets selbst sind etwa 3 Zentimeter lange und 6 Millimeter dicke Stäbe aus gepressten Holzresten: Sägemehl, Hobelspäne oder Restholz aus dem Wald. Sie weisen wie normales Holz gute Umweltfaktoren auf und sind weitgehend CO2-neutral. Gegenüber Stückholz haben die Pellets einige Vorteile: der Wassergehalt ist sehr niedrig, es bleibt sehr wenig Asche übrig und es werden deutlich weniger Schadstoffe freigesetzt. Ein weiterer Vorteil ist ihr Preis – im Vergleich zum Brennstoffpreis für Heizöl oder Erdgas  sind Pellets aktuell deutlich günstiger.

Für die Pellets wird ein trockener Lagerraum benötigt. Wenn Sie vorher eine Ölheizung mit Öllager besaßen ist hier ausreichend Platz vorhanden. Andernfalls sollten Sie den Platzbedarf beim Neubau oder bei einer energetischen Sanierung einplanen.

Die Investitionskosten sind bei Holzpelletkesseln höher als bei einem Öl- oder Gasbrennwertkessel. Allerdings wird die Nutzung von erneuerbaren Energien über verschiedene Bundes- und Landesprogramme gefördert, sodass sich der Einbau eines Pelletkessels nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch lohnen kann.

Was ein Holzpelletkessel genau ist und wie dieser funktioniert, erklärt die EnergieAgentur.NRW in einem Video.

Wärmepumpe - Wärme aus Erde, Luft und Wasser nutzen

Luftwärmepumpe

Elektrische Wärmepumpen können eine Alternative zur Gasheizung sein. Finanziell lohnenswert sind sie jedoch nur in sehr gut sanierten Häusern mit großen Heizflächen (z.B. einer Fußbodenheizung) sowie im Neubau. Hier werden niedrige Heizwassertemperaturen benötigt – die Wärmepumpe muss weniger arbeiten und ist dadurch wirtschaftlicher. Sie muss bestmöglich geplant werden: Eine zu knappe oder schlechte Planung führt zu einem vermehrten Einsatz des elektrischen Heizstabs.  Er muss dann diese Fehler ausbügeln. Dadurch fallen Stromverbrauch und -kosten viel höher aus als geplant.

Die Effizienz einer Wärmepumpe lässt sich steigern, wenn für die Erzeugung von hohen Vorlauftemperaturen ein zusätzlicher Brennwertkessel  installiert wird. Er "übernimmt" die Arbeit zu sogenannten „Spitzenlastzeiten“, in denen es besonders kalt ist.  Derartige Kombinationen werden als Hybridheizungen angeboten. Vorteil der Hybriden: Alle Komponenten sind aufeinander abgestimmt. Die Anlage kann wie eine konventionelle Heizung angeschlossen werden und die Regelung ist für ein effizientes Zusammenspiel beider Heizgeräte optimiert.

Wärmepumpen brauchen Strom

Wärmepumpen arbeiten mit Strom – und das durchgängig. Deshalb sollten Sie darauf achten, dass eine hohe Jahresarbeitszahl erreicht wird. Diese beschreibt das Verhältnis zwischen dem benötigten Strom und erzeugter Wärme. Bei einer Jahresarbeitszahl 4 werden beispielsweise aus einem Teil Strom vier Teile Wärme erzeugt. Zudem sollte ein spezieller Stromtarif für Wärmepumpen gewählt werden. Optimal: Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, kann seine elektrische Wärmepumpe temporär auch mit selbst erzeugtem Strom betreiben.

Wärmepumpen sind in der Gesamtinvestition deutlich teurer als konventionelle Heizungskessel, denn sie bedeuten einen zusätzlichen Aufwand, damit die Wärmequellen erschlossen werden. Im Neubau können Sie aber zusätzliche Kosten wie das Legen eines Gasanschlusses oder den Bau eines Schornsteines vermeiden – auch der regelmäßige Schornsteinfegerbesuch fällt weg.

Die "Vollkosten" eines Wärmepumpensystems – also neben den Investitionskosten auch die Betriebskosten und Brennstoffkosten – sollten mit einer Fachperson genauer berechnet werden.

Ausführliche Informationen zu Funktion, Anschaffung und Voraussetzungen von Wärmepumpen finden Sie in unserem Artikel "Heizen mit Wärmepumpe ist klimafreundlich – wenn die Bedingungen stimmen".

Blockheizkraftwerk - gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen

Kleines Blockheizkraftwerk

Ein Blockheizkraftwerk (kurz BHKW) erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Man spricht deshalb auch von der "Kraft-Wärme-Kopplung". In der Anlage treibt ein Motor einen Stromgenerator an und die Abwärme speist Heizung und Warmwasserbereitung. Diese gekoppelte Erzeugung benötigt ca. 30% weniger Energie als die getrennte Erzeugung von Strom (im Kraftwerk) und Wärme (im Heizkessel). Ein Vorteil des BHKW: Der erzeugte Strom kann – effizient und mit geringer Umweltbelastung – direkt im Haus verbraucht oder gegen Vergütung in das allgemeine Stromnetz eingespeist werden.

Für wen eignet sich ein Blockheizkraftwerk?

Grundsätzlich eignet sich ein BHKW für alle Gebäude mit einem höheren Wärme- und/oder Stromverbrauch: BHKWs haben sich vor allem in größeren Immobilien, Mehrfamilienhäusern, Krankenhäusern oder Schwimmbädern bewährt. Diese brauchen das ganze Jahr über viel Wärme und nutzen einen Großteil des anfallenden Stroms selbst. Kleine BHKWs könnten aber auch bei einer Zeile von Reihenhäusern oder einer Einfamilienhaus-Siedlung in Frage kommen als sogenannte "Mikro-" oder "Nano-" BHKWs. Bei hohem Eigenstrom- und Wärmebedarf ist es daher sinnvoll, den Einsatz eines BHKWs im Rahmen einer Energieberatung prüfen zu lassen. Wir haben ausführliche Informationen zu Technik, Wirtschaftlichkeit und Betrieb von kleinen Blockheizkraftwerken für Sie zusammengefasst.

Brennstoffzellen-Heizung

Die Brennstoffzellen-Heizung gehört wie das BHKW zu den stromerzeugenden Heizungen. Sie funktioniert so: In einer Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser. Bei diesem chemischen Prozess wird gleichzeitig Strom erzeugt und Reaktionswärme freigesetzt. Der benötigte Wasserstoff wird dabei aus Erdgas gewonnen. Brennstoffzellen arbeiten sehr effizient: Wie beim BHKW kann auch hier sowohl der Strom als auch die Wärme direkt vor Ort genutzt werden.

Für Einfamilienhäuser gibt es auf dem Markt Geräte, die weniger als 1 kW elektrischer Leistung erzeugen und damit gut an den Strombedarf eines Haushaltes angepasst sind. Sie werden meist als Kombi-Gerät mit einem Brennwertkessel verkauft, der den Großteil der Wärmeversorgung übernimmt.

Brennstoffzellen-Heizgeräte sind deutlich teurer als konventionelle Heizkessel. Durch Förderprogramme, Zuschläge und Rückerstattungen lässt sich aber ein großer Teil der Investitionskosten zurückholen. Je nachdem wie viel Strom Sie selbst verbrauchen oder in das Netz einspeisen und wie genau Sie die Brennstoffzellen-Heizung ausgelegt haben, variiert die Wirtschaftlichkeit.

Wie Beim BHKW gilt: Lassen Sie sich bei Interesse von einer unabhängigen Fachkraft beraten, beispielsweise im Rahmen einer Energieberatung.

Nachtspeicherheizung und Infrarot-Direktheizung: Teuer und schlecht für die Umwelt

Stromzähler mit Münzgeld

Nachtspeicherheizungen bzw. Nachtspeicheröfen waren in den 60er Jahren eine beliebte Art der Beheizung. Damals war – ganz anders als heute – Strom sehr günstig. Heutzutage sind Nachtspeicheröfen nicht empfehlenswert. Deshalb werden sie gerne durch elektrische Infrarot-Direktheizgeräte, vereinfacht "Infrarotheizungen", ausgetauscht. Aber: Oft wird damit geworben, dass Infrarot-Direktgeräte ganz einfach alte Nachtspeicherheizungen ersetzen können. Sie sind jedoch nicht als einzige Heizquelle für Haus oder Wohnung geeignet und führen zu steigenden Stromkosten für das Heizen.

Sowohl die Nachtspeicherheizung als auch die Infrarot-Direktheizung ist nicht empfehlenswert. Diese Heizsysteme wandeln Strom 1:1 in Wärme um – dies ist deutlich weniger effizient als beispielsweise bei einer Wärmepumpe. Gerade in eher schlecht sanierten Gebäuden, kann das zu sehr hohen Abschlägen und Nachzahlungen führen!

 

 

Oft bieten die Netzbetreiber günstigere Heizstromtarife an, damit Sie nicht mit teurem Haushaltsstrom heizen müssen. Hierfür müssen Sie jedoch eine wichtige Grundvoraussetzung erfüllen: Haushaltsstrom und Heizstrom müssen getrennt gemessen werden. Dazu sind getrennte Stromkreise nötig und die Messung mit dem zweiten Zähler kostet natürlich mehr. Falls noch kein getrennter Zähler eingebaut ist, können für die Montage eines neuen Zählerschranks sowie für die Verlegung neuer Leitungen ungefähr 1.500 bis 2.000 Euro anfallen. Weiterhin zahlen Sie für den zweiten Zähler bei den meisten Tarifen eine zusätzliche jährliche Grundgebühr von ungefähr 100 Euro.

Ein weiteres Problem: den günstigeren Heizstromtarif erhalten Sie nur, wenn Sie im Gegenzug dem Netzbetreiber erlauben, die Heizung zu bestimmten Sperrzeiten einfach abzuschalten. Dafür muss der Netzbetreiber sie als "steuerbare Verbrauchseinrichtung" anerkennen – dies tun aber nicht alle Betreiber. Erkundigen Sie sich beim Netzbetreiber in Ihrem Wohnort, wie dieser Infrarotheizungen einordnet. Sonst müssen Sie mit teurem Haushaltsstrom heizen!

Da die Heizungen keine oder nur sehr wenig Wärme speichern können, schränken die Sperrzeiten natürlich spürbar Ihren Heizkomfort ein. Die Temperaturen, besonders im schlecht gedämmten Altbau, können bei solchen Heizunterbrechungen schnell um 2 bis 3 Grad sinken.

Deswegen eignen sich Infrarotheizungen eher als ergänzende Wärmequellen für eine kurze Zeit. Sie können die Grundtemperatur in sehr selten genutzten Räumen schnell anheben, beispielsweise im Anbau, Gästezimmer oder der Werkstatt. 

Fernwärme

Fernwärme Rohre

Etwa 5,5 Millionen Haushalte in Deutschland heizen – meist in Mietwohnungen – aktuell mit Fernwärme. Fernwärme wird häufig über Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt, beispielsweise in einem Kraftwerk oder einer  Müllverbrennungsanlage. Die dort freigesetzte Wärme wird über gedämmte Rohre zu den Haushalten transportiert.

Als Kraft-Wärme-Kopplung  ist Fernwärme eine sehr effiziente Form der Energiegewinnung, da sowohl der Strom vor Ort als auch die entstehende Wärme genutzt werden.
Aber: Fernwärme ist nicht für jeden eine Alternative, denn sie ist nicht überall verfügbar! Meist werden nur bestimmte Straßenzüge oder Stadtgebiete mit Fernwärme versorgt. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde, ob Fernwärme an Ihrem Wohnort verfügbar ist und entscheiden Sie, wie attraktiv der Preis für Sie ist.

Ein Vorteil von Fernwärme ist, dass Sie sich um Betriebskosten für Wartung oder Messungen des Schornsteinfegers nicht kümmern müssen.

Contracting: Die neue Heizung mieten?

Vertrag wird unterschrieben

Es gibt die Möglichkeit, die Heizungserneuerung im Rahmen eines Contracting-Vertrages in fremde Hände zu geben. Ein sogenannter Contractor (z.B. die Stadtwerke) bietet alles aus einer Hand: Installation, Wartung, Betrieb. Die Kosten hierfür werden dann ohne Anfangsinvestition mit monatlichen Raten über eine Laufzeit von typischerweise 10 bis 15 Jahren beglichen.

Das "Rundumsorglos-Paket" hat natürlich seinen Preis: Lassen Sie entsprechende Verträge vorher von einem kundigen Dritten prüfen –  aus Erfahrung ist die Sanierung in eigener Regie meistens deutlich günstiger.