Hautkrebs-Früherkennung

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Die Hautkrebs-Früherkennung soll Frühstadien und Vorstufen bösartiger Erkrankungen der Haut entdecken und über Risiken aufklären. Als Screening-Programm der Krankenkassen ist sie für gesetzlich Versicherte kostenlos. Streitpunkt war lange die Untersuchung mit dem Dermatoskop (Auflichtmikroskop), die Ärzte oft als IGeL-Leistung abrechnen. Sie ist nun teilweise Kassenleistung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Deutschland haben alle gesetzlich Krankenversicherten ab 35 einen Anspruch auf eine kostenfreie Hautkrebs-Früherkennung, und zwar alle zwei Jahre.
  • Die Früherkennungs-Untersuchung wird von Dermatologen und Hausärzten (praktische Ärzte, Allgemeinmediziner, Internisten) durchgeführt, die sich für das Screening qualifiziert haben.
  • Bei der Früherkennung, die die Kassen bezahlen, untersucht Sie der Arzt mit dem bloßen Auge. Nutzt er außerdem ein Dermatoskop (Auflichtmikroskop), kann er das bei Patient:innen ab 35 alle zwei Jahre über die gesetzliche Krankenkasse abrechnen.
  • Die meisten Krankenkassen bieten ihren Versicherten Zusatzleistungen an. Informieren Sie sich vor der Untersuchung bei Ihrer Kasse.
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Das Krankheitsbild

Laut Deutschem Krebsforschungszentrum erkranken jährlich rund 30.000 Menschen an schwarzem Hautkrebs. Das ist die gefährlichste Hautkrebsart, weil er sich schnell über Lymph- und Blutbahnen im ganzen Körper ausbreiten kann. Diese Art von Hautkrebs wächst schon sehr früh und kann schnell in anderen Organen Metastasen bilden. Der weiße Hautkrebs dagegen tritt wesentlich häufiger auf, verläuft in der Regel aber weniger aggressiv und ist besser behandelbar.

Rechtzeitig erkannt ist Hautkrebs in fast allen Fällen heilbar. Eine regelmäßige Untersuchung von auffälligen Stellen und Veränderungen der Haut durch Haut- oder Hausärzte soll das Risiko senken, an Hautkrebs zu erkranken oder zu sterben.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Seit Juli 2008 gibt es ein bundesweites Programm zur Hautkrebs-Früherkennung. Alle gesetzlich Krankenversicherten ab 35 Jahren können seither kostenfrei alle zwei Jahre den ganzen Körper von geschulten Haut- und Hausärzten untersuchen lassen. Da das Angebot für alle gilt und verdachtsunabhängig ist, spricht man von einem Screening.

Zuerst erkundigt sich der Arzt nach Vorerkrankungen und möglichen Risikofaktoren. Dann folgt eine intensive Untersuchung der gesamten Haut. Hierfür begutachtet der Arzt nicht nur die gut sichtbaren Hauptpartien an Kopf, Armen, Körper und Beinen, sondern auch versteckte Hautbereiche wie die Kopfhaut, Ohren, Mundschleimhäute, äußere Genitalbereiche und Zehenzwischenräume.

Für die Untersuchung benötigt der Arzt keine Instrumente, sondern nur eine helle Lampe und sein geschultes Auge. Werden auffällige Hautveränderungen gefunden, kann er eine Gewebeprobe entnehmen, um die Diagnose zu klären. Darüber hinaus gibt Ihnen Ihr Arzt wertvolle Tipps für den richtigen Umgang mit der Sonne.

  • Die Teilnahme an der Früherkennung ist alle zwei Jahre kostenlos (ab 35 Jahren) und somit keine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).

  • Nicht jede Hautarztpraxis bietet automatisch das kostenlose Hautkrebsscreening an. Viele Praxen vergeben entweder gar keinen Termin oder bieten nur eine Selbstzahlerleistung an.

Was zahlt die Kasse?

Zum Früherkennungsprogramm gehört die normale Hautuntersuchung durch das geschulte Auge des Arztes. Oft benutzen Ärzte zusätzlich ein sogenanntes Dermatoskop (Auflichtmikroskop), um tiefere Hautschichten zu begutachten. Hautveränderungen, insbesondere Pigmentflecken, werden mittels Dermatoskop um das Zehnfache vergrößert, was eine genauere Diagnose ermöglicht.

Die Untersuchung per Dermatoskop ist seit April 2020 im Hautkrebs-Screening für gesetzlich Versicherte über die Krankenkasse abrechenbar. Alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren können sich alle zwei Jahre damit untersuchen lassen. Grundlage war eine Entscheidung des Bewertungsausschusses der Ärzte und Krankenkassen bei der Neuregelung des sogenannten Einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EBM). Zuvor wurde die Untersuchung mit einem Dermatoskop nur dann übernommen, um gezielt eine verdächtige Stelle zu untersuchen.

Krankenkassen bieten ihren Versicherten ganz unterschiedliche Leistungen bei der Hautkrebs-Früherkennung. Manche übernehmen die möglichen Mehrkosten für eine Untersuchung mit einem Dermatoskop, manche finanzieren die Früherkennung auch vor dem 35. Lebensjahr oder jährlich statt alle zwei Jahre. Eine Nachfrage bei der eigenen Kasse lohnt sich also.

Was ist Privatleistung?

Der Einsatz der Dermatoskopie im Rahmen der Früherkennung ist seit der Neuregelung von 2020 nur noch eine Selbstzahlerleistung (IGeL), wenn Sie unter 35 Jahre alt sind. Oder wenn Sie sich häufiger als alle zwei Jahre untersuchen lassen möchten. Sie wird als Privatleistung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet.

Was Sie in jedem Fall privat zahlen müssen ist, wenn Sie die Hautuntersuchung per Video dokumentieren lassen. Des Weiteren werden auch die Entfernung von gutartigen, kosmetisch störenden Muttermalen, und die Entfernung von altersbedingten Unregelmäßigkeiten der Haut wie Alterswarzen, Altersflecken und altersbedingten Blutschwämmchen in der Regel nicht von den Kassen übernommen.

Darauf sollten Sie achten

  • Wenn Sie das kostenlose Hautkrebs-Screening der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen möchten, sollten Sie sich unbedingt im Vorfeld bei der Arztpraxis erkundigen, ob sie diese Leistung auch anbietet.
     
  • Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, welche Zusatzleistungen sie im Rahmen der Hautkrebs-Früherkennung übernimmt.
     
  • Sie planen eine Selbstzahlerleistung? Dann sollten Sie bei verschiedenen Ärzten die (voraussichtlichen) Preise vergleichen.
     
  • Schauen Sie sich regelmäßig Ihre Haut an und achten Sie auf Hautänderungen. Bei der Einschätzung kann Ihnen die sog. ABCDE-Regel behilflich sein: Es handelt sich hierbei um eine in der Dermatologie verwendete "Daumenregel" zur Beurteilung von Pigmentflecken, umgangssprachlich auch Muttermal genannt. Wenden Sie sich für eine Diagnose an einen Hautarzt, wenn Sie ein oder mehrere Kriterien an den Pigmentfleck feststellen:

    A: Asymmetrie: Ein gutartiges Muttermal ist normalerweise oval, rund oder länglich. Der schwarze Hautkrebs hat hingegen eine ungleichmäßige, asymmetrische Form.

    B: Begrenzung: Eine unregelmäßige, gezackte oder verwaschene Begrenzung der Ränder kann ein Hinweis für einen Tumor sein.

    C: Color: Muttermale haben in der Regel einen einheitlichen Farbton. Auffällig kann es werden, wenn hellere und dunklere Flecken in einem Muttermal vorhanden sind.

    D: Durchmesser: Muttermale, die größer als fünf Millimeter im Durchmesser sind, sollten kontrolliert werden.

    E: Entwicklung: Das Muttermal hat sich seit dem letzten Arztbesuch verändert.

 

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