Workshop 1 - Auftakt

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Gemeinsames Projekt der Verbraucherzentrale Berlin mit den Verbraucherzentralen Bremen und Hamburg

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Rund ein Viertel der in Berlin lebenden Menschen hat einen Migrationshintergrund. Mit der rasanten Verbreitung der digitalen Märkte gewinnt der Verbraucherschutz auch für sie zunehmend an Bedeutung. Die Verbraucherzentrale Berlin startet daher in Kooperation mit den Verbraucherzentralen Hamburg und Bremen das Projekt "Migranten und Verbraucherschutz in digitalen Märkten".

 

Im Rahmen des Projekts wollen die Verbraucherzentralen Berlin, Hamburg und Bremen Verbraucher mit türkischen und russischen Wurzeln über ihre Rechte speziell in digitalen Märkten aufklären. Dazu werden unter anderem zielgruppengerechte Online-Beiträge, Flyer und Broschüren erstellt. Geplant sind außerdem zwei Marktchecks, bei denen die Auslandstarife von Telefonanbietern verglichen werden sollen. Darüber hinaus werden Beschwerden von Verbrauchern mit Migrationshintergrund erfasst und daraus konkrete politische Forderungen formuliert.

 

Auftaktworkshop am 14. März 2014

Der Auftaktworkshop des Projekts "Migranten und Verbraucherschutz in digitalen Märkten" fand am 14. März 2014 statt. Mit 55 Teilnehmern war die Veranstaltung sehr gut besucht. Teilnehmer waren Vertreter des Bundes und des Landes Berlin, verbraucherpolitische Sprecher des Berliner Abgeordnetenhauses, Vertreter von Verbraucherzentralen und Migrantenorganisationen sowie von sozialen Beratungseinrichtungen und Jugendorganisationen.

In seiner Eröffnungsrede erwähnte Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, die Defizite im Bereich digitale Märkte. Eva Bell, Vorstand der Verbraucherzentrale Berlin, erläuterte in ihrem Vortrag neue Initiativen und Ansätze im Verbraucherschutz in der Einwanderungsgesellschaft.

In der ersten Phase diskutierten die verbraucherpolitischen Sprecher des Berliner Abgeordnetenhauses mit den Teilnehmern über den Stellenwert von Migranten in der Verbraucherpolitik. Alle politischen Vertreter plädierten für eine stärkere Verbraucherbildung von Migranten in den digitalen Märkten. Die Forderung, eine bundesweite Forschungsdatenbank zur Erfassung des Verbraucherverhaltens unterschiedlicher Zielgruppen zu erfassen, erhielt von allen Teilnehmenden viel Zuspruch.

In der zweiten Phase wurden drei Workshops zum Thema Internet & Radio und Fernsehen, Datenschutz sowie Mobilfunk und Festnetz durchgeführt, in denen Probleme von Migranten in digitalen Märkten erfasst und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet wurden. Als größte Probleme in digitalen Märkten wurden intransparente Nutzungsbedingungen beim Online-Handel durch unklare Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), fehlende Transparenz bei Angeboten im Bereich Mobilfunk und Festnetz und das mangelnde Bewusstsein für Datenschutz bei Migranten identifiziert.

Für eine bessere Verbraucherbildung von Migranten forderten die Teilnehmenden die Erstellung themenrelevanter Informationen in der Muttersprache sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit der Verbraucherzentralen mit Migrantenorganisationen. Darüber hinaus bekräftigten sie, dass die Medienkompetenz der Einwanderer durch Schaffung des Bewusstseins für Datenschutz gestärkt werden müsse.

Die ausführliche Zusammenfassung des Auftaktworkshops finden Sie hier.