Ohne Smartphone und mobiles Surfen geht in Lauras Alltag gar nichts. Seitdem die 18-Jährige alleine wohnt, regelt sie ihre Verträge selbst. Bei der Wahl des Handyvertrags mit der besten Flatrate freut sie sich trotzdem über elterlichen Rat. Kostenfallen lauern überall, auch bei Apps und Streamingdiensten.
Prepaidkarte oder Handy mit Vertrag?
Die Mobilfunkanbieter übertrumpfen sich mit immer günstigeren Tarifen. Eine wichtige Entscheidung fällt zwischen Prepaid-Karte oder „Handy mit Vertrag“.
Bei Prepaid kauft Laura vorab etwa für ein Paket mit einer Flat in alle deutschen Netze und einem meist begrenztem Datenvolumen zum Surfen. Je größer das Datenvolumen ist, desto teurer wird es. Zudem gibt es Prepaid-Jahrespakete und -Halbjahrespakete. Auch bei diesen Verträgen ist das Datenvolumen begrenzt.
Bei der zweiten Variante schließt Laura einen Vertrag ab, mit einer Mindestlaufzeit von meist 24 Monaten. Dafür erhält sie eine monatliche Rechnung, deren Betrag vom Konto abgebucht wird. Das Handy serviert der Anbieter gleich mit auf dem Tablett.
Vor der Tarifwahl schaut Laura auf die hochgestellten Nummern an den Preisen der knallbunten Angebote. Die Nummern oder Sternchen verweisen auf zusätzliche Informationen bzw. das Kleingedruckte und somit den echten Preis. Der Monatsbetrag kann sich nämlich kräftig erhöhen, wenn Laura über die „inklusiven GB“ hinaus weiter Datenvolumen hinzukauft.
Surfen zum Fixpreis
Bei den Verträgen kann Laura wählen. Sollen es zu einem festen Preis 10, 15, 50 oder 100 GB pro Monat sein? Hat Laura das Datenvolumen verbraucht, ist für diesen Monat Schluss mit Internet – oder der Anbieter drosselt die Geschwindigkeit des Internetzugangs und es geht vorerst im Schneckentempo weiter.
Wenn Laura länger mit Höchstgeschwindigkeit surfen möchte, muss sie mehr zahlen. An ihrem Smartphone kann die 18-Jährige übrigens kontrollieren, wieviel sie tatsächlich surft. Und zwar klickt sie unter „Einstellungen“ auf „Datennutzung“.
Vorsicht bei Apps und Streamingdiensten
Nachrichten lesen, Musik hören, Spiele spielen: auf dem Smartphone läuft alles über Apps. Diese Programme lassen sich aus dem Internet herunterladen, sind gratis oder kosten ein paar Euro. Die Anbieter müssen offenlegen, was so ein Produkt kann, wie groß die Datenmenge ist und ob ein Kopierschutz eingebaut ist.
Wenn Laura sich nicht sicher ist, ob sie eine App wirklich kaufen möchte, kann sie oft eine kostenlose Testversionen herunterladen und ausprobieren. Musik oder Videos liegen heute nicht mehr auf der Festplatte, wo sie viel Speicherplatz verschlingen. Vielmehr kann Laura ihre Lieblingsserie auf Wunsch in Echtzeit anschauen bzw. streamen. Natürlich gegen Bezahlung. Ihre Lieblingsmusik, die sie immer wieder hört, lädt Laura trotzdem runter. So spart sie Daten.
Um gegen Fehlkäufe gewappnet zu sein, steht Verbrauchern ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. Dieses erlischt jedoch, sobald Laura mit dem Download oder Streaming beginnt.
Was sollte Laura bei Apps beachten?
Apps sind kleine Programme für den Alltag – zum Schreiben von Nachrichten, fürs Einkaufen, beim Sport oder als Unterhaltung in Form von Spielen, Musik und Filmen. Kostenlose Apps sind aber oft voller Werbung und sogenannter Dark Patterns: Das sind Tricks, die Laura dazu verleiten sollen, etwas zu tun, was sie eigentlich gar nicht will, zum Beispiel etwas zu kaufen.
Solche In-App-Käufe werden über das Konto im App-Store abgerechnet, per Kreditkarte, Bankverbindung oder Handynummer. Mit einer Drittanbietersperre lässt sich der Zahlungsweg über die Mobilfunkrechnung sperren. Andere Zahlungsarten funktionieren dann aber weiterhin. Um sich zu schützen, kann Laura im App-Store einschränken oder komplett deaktivieren. Mehr Tipps gibt es im Artikel In-Game- und In-App-Käufe: Wenn virtueller Spielspaß teuer wird.
Viele Apps wollen außerdem auf Daten des Geräts zugreifen, zum Beispiel auf den Standort, die Kontakte, E-Mails oder Fotos. Warum und was mit den abgegriffenen Daten passiert, ist oft unklar. Standortdaten machen bei einer Navigations-App oder für Auskünfte für öffentliche Verkehrsmittel Sinn, aber bei einem Spiel oder einer Kochbuch-App?
Über Standortdaten lässt sich nachvollziehen, wo Laura lebt, arbeitet, einkauft, ihre Freizeit verbringt oder schläft. Daraus entstehen Nutzerprofile, die professionell vermarktet und verkauft werden. Deshalb schränkt Laura die App-Berechtigungen schon bei der Installation ein – oder nachträglich in den Einstellungen, soweit möglich.
Unter www.verbraucherzentrale.de finden junge Menschen weitere Informationen und den Kontakt zu ihrer Verbraucherzentrale.
