Kiez-Boxen: Lebensmittelverschwendung eindämmen
Die Vermeidung von unnötigen Lebensmittelabfällen im Handel und in Privathaushalten kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen leisten. Unser Projekt der Kiez-Boxen setzt genau an diesem Punkt an.

Weggeworfene Lebensmittel stellen eine enorme Ressourcenverschwendung dar. Für die Produktion, Verarbeitung, Lagerung, Kühlung und den Transport müssen Energie, Wasser und Bodenressourcen eingesetzt werden. Zu einer klimafreundlichen Ernährung gehört daher auch, unnötige Lebensmittelabfälle zu vermeiden.
Weiterhin lässt sich durch die Vermeidung von unnötigen Lebensmittelabfällen auch ein beträchtlicher Anteil Geld einsparen. Über die gesamte Wertschöpfungskette landet umgerechnet jedes dritte Lebensmittel ungenutzt in der Tonne. Verbraucher*innen werfen pro Kopf etwa 78 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg, wovon schätzungsweise die Hälfte vermeidbar wäre. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln ist daher sowohl aus ökologischer, ethischer und zunehmend auch aus finanzieller Sicht von Bedeutung.
Ziel der Nationalen Strategie zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Lebensmittelabfälle einschließlich Nachernteverlusten beispielsweise aufgrund von feuchten Lagerungsbedingungen zu verringern.
Projekt Kiez-Boxen: Weitergabe überschüssiger Lebensmittel in öffentlichen Kühlschränken

Die Kiez-Box in der Evangelischen Kirchengemeinde in der Gropiusstadt
Kiez-Boxen sind Standorte zur Lebensmittelrettung. Durch das sogenannte Foodsharing (nachbarschaftliches Teilen von noch genießbaren Lebensmitteln) zwischen Verbraucher*innen im öffentlichen Raum können einerseits viele Lebensmittelabfälle vermieden werden. Andererseits wird auch der Austausch mit und zwischen Nutzer*innen zum Thema Lebensmittelwertschätzung gefördert. Foodsharing regt zum Mitmachen, zum Austausch und zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen an. Es vermehrt das Bewusstsein dafür, dass die Verschwendung von Lebensmitteln ein klimarelevantes Problem darstellt.
Die Reduzierung und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiger Teil der Berliner Ernährungsstrategie. Im Rahmen der Kampagne „Berlin is(s)t klimafreundlich“ wurde 2020-2022 in Zusammenarbeit mit der bezirklichen Lebensmittelüberwachung Pankow sowie im Dialog mit weiteren Akteur*innen ein Hygiene-Konzept zur Weitergabe überschüssiger Lebensmittel mittels öffentlich-zugänglicher Kühlschränke in sozialen und öffentlichen Einrichtungen entwickelt und in einer Pilotphase erprobt. Das erarbeitete Konzept für die sogenannten Verteilstationen richtet sich vollumfänglich nach den Mindestanforderungen des Landes Berlin. Die Praxispartner*innen wurden mit einem Leitfaden, Hygieneschulungen und der Grundausstattung (Kühlschrank, Equipment etc.) durch die Verbraucherzentrale Berlin beim Aufbau unterstützt und bei der Umsetzung begleitet.
Als Ergebnis des Berliner Runden Tisches gegen Lebensmittelverschwendung wurden bis Ende 2025 berlinweit zehn sogenannte Kiez-Boxen aufgebaut. Als sichtbares Symbol der Berliner Kampagne für mehr Lebensmittelwertschätzung wurden diese Kiez-Kühlschränke von der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz finanziert und an verschiedenen Orten in der Stadt aufgestellt. Die Aufsicht und Kontrolle übernehmen geschulte Mitarbeitende. Die Verbraucherzentrale Berlin setzte das Projekt im Auftrag der Senatsverwaltung um, wobei die Erfahrungen und der Leitfaden des Pilotprojekts „Verteilstationen“ in die Umsetzung mit einfließen. Die bestehenden Verteilstationen werden ebenfalls zu Kiez-Boxen und sind weiterhin Anlaufstelle für gerettete Lebensmittel in ihren Kiezen.
In der aktuellen Projektphase seit 2026 stehen die Verstetigung der bestehenden Strukturen bei den Praxispartner*innen sowie die Vernetzung mit Akteuer*innen im Bereich Lebensmittelrettung im Fokus. Dazu gehören die Erhöhung der Sichtbarkeit der Angebote on- und offline sowie die Durchführung von Workshops zum Thema "Vermeidung von Lebensmittelverschwendung".
Den Leitfaden für die kostenlose Weitergabe von Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen und alle nötigen Unterlagen finden Sie im Downloadbereich (an english version is also available there). Wir beraten Sie gern bei der Umsetzung und stehen für Fragen zur Verfügung.
Für die Hygiene/HACCP-Schulung zum Betreiben einer Kiez-Box können Sie sich unser Schulungsvideo anschauen und eine Selbstkontrolle durchführen. Bestehen Sie diese, erhalten Sie direkt eine Teilnahmebescheinigung.
Für die Umsetzung vor Ort stellt die Verbraucherzentrale Berlin allen Einrichtungen einen Ordner mit gedrucktem Leitfaden und Hinweisschildern zur Verfügung. Dafür schreiben Sie eine E-Mail an ernaehrung@vz-bln.de.
Wo gibt es Kiez-Boxen in Berlin?
Die Übersichtskarte zeigt Ihnen alle Standorte mit einer Kiez-Box. Hier können zu den Öffnungszeiten Lebensmittel abgegeben und mitgenommen werden.
Kooperationseinrichtungen mit Kiez-Box finden Sie unter den folgenden Adressen. Die Internetplattform www.foodsharing.de zeigt Privatpersonen weitere Möglichkeiten auf, in der Lebensmittelrettung aktiv zu werden und überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen. Lebensmittelretter*innen von foodsharing bringen auch regelmäßig Lebensmittel zu einigen der unten genannten Kiez-Boxen. Wo verfügbar, verlinken wir die Pinnwand des Standorts auf der foodsharing-Website. Dort können Sie nach Registrierung sehen, was aktuell dort an geretteten Lebensmitteln vorhanden ist.
Friedrichshain-Kreuzberg
- Späti am Hermannplatz
Weserstr. 213
12047 Berlin
Link zur foodsharing-Pinnwand - Offener Treff im Stadtteilzentrum F1
Friedrichstr. 1
10969 Berlin
Tel.: (030) 225 05 01 40
Link zur foodsharing-Pinnwand - Rigatoni Familien- und Nachbarschaftstreff
Rigaer Str. 71 A
10247 Berlin
Tel.: (030) 42 01 90 14
Link zur foodsharing-Pinnwand - Stadtteilzentrum Friedrichshain
Pauline-Staegemann-Straße 6
10249 Berlin-Friedrichshain
Tel.: (030) 403 66 11 27
Link zur foodsharing-Pinnwand
Marzahn-Hellersdorf
- Café "neBENNan"
Otto-Rosenberg-Straße 4
12681 Berlin-Marzahn
Tel.: (01578) 0 51 21 24
Link zur foodsharing-Pinnwand - Mehrgenerationenhaus „Buntes Haus“
Hellersdorfer Promenade 14
12627 Berlin-Hellersdorf
Tel.: (030) 28 86 89 38
Link zur foodsharing-Pinnwand - Nachbarschaftsladen "Kiek in"
Havemannstraße 17 A
12689 Berlin
Tel.: (030) 28 42 31 30
Link zur foodsharing-Pinnwand
Mitte
- Olof-Palme-Zentrum
Demminer Straße 28
13355 Berlin-Mitte
Tel.: (030) 443 83-793 / -792 - Zukunftshaus Wedding (Infopunkt)
Müllerstraße 56-58
13349 Berlin-Mitte
Tel.: 030 45 00 51 31
Neukölln
- Evangelische Kirchengemeinde in der Gropiusstadt
Martin-Luther-King-Weg 6
12351 Berlin-Neukölln
Tel.: 030 66 68 92 30
Link zur foodsharing-Pinnwand - Evangelisches Familienzentrum Apfelsinenkirche
Joachim-Gottschalk-Weg 41
12353 Berlin-Neukölln
Tel.: 030 66 09 09 13
Link zur foodsharing-Pinnwand - Nachbarschaftshaus am Körnerpark
Schierker Str. 53
12051 Berlin-Neukölln
Tel.: (030) 60 98 92 078
Link zur foodsharing-Pinnwand - Nachbarschaftstreff Ringslebenstraße
Ringslebenstraße 2a
12353 Berlin-Neukölln
Tel.: 0157 85 14 62 45
Link zur foodsharing-Pinnwand - Stadtteilzentrum Köllnische Heide "Mittendrin"
Sonnenallee 319
12057 Berlin-Neukölln
Tel.: (030) 68 05 98 43
Link zur foodsharing-Pinnwand - Waschhauscafé Gropiusstadt
Eugen-Bolz-Kehre 12
12351 Berlin
Tel.: (030) 30 36 14 12
Link zur foodsharing-Pinnwand
Pankow
- Heinrich-Böll-Bibliothek Pankow
Greifswalder Str. 87
10409 Berlin-Pankow
Tel.: (030) 90 295-39 79 - Bettina-von-Arnim-Bibliothek
Schönhauser Allee 75
10439 Berlin
Tel.: (030) 902 95 69 33 - Stadtteilzentrum Pankow
Schönholzer Str. 10
13187 Berlin-Pankow
Tel.: (030) 499 87 09 00 - Stadtteilzentrum Prenzlauer Berg
Fehrbelliner Straße 92
10119 Berlin- Pankow
Tel.: (030) 44 38 37 13
Link zur foodsharing-Pinnwand
Reinickendorf
- Stadtteilzentrum Rollberge
Zabel-Krüger-Damm 52
13469 Berlin-Reinickendorf
Tel.: 030 81 82 73 30
Link zur foodsharing-Pinnwand - Kinder- und Jugendclub QuäX (kein Abseits! e.V.)
Quäkerstraße 2
13403 Berlin-Reinickendorf
Tel.: (030) 98 41 48 89
Link zur foodsharing-Pinnwand
Steglitz-Zehlendorf
- Nachbarschaftshaus Lilienthal
Schütte-Lanz-Straße 43
12209 Berlin-Steglitz
Tel.: (030) 49 80 56 47
Link zur foodsharing-Pinnwand
Treptow-Köpenick
- KIEZKLUB Gerard Philipe
Karl-Kunger-Str. 30
12435 Berlin
Tel.: (030) 902 97 62 78
Link zur foodsharing-Pinnwand
In Charlottenburg-Wilmersdorf, Lichtenberg, Spandau und Tempelhof-Schöneberg gibt es aktuell noch keine Kiez-Boxen.
Wer betreibt die Kiez-Boxen?
Kiez-Boxen sind in öffentlichen Einrichtungen aufgestellte Kühlschränke/Schränke, in denen Lebensmittel mit anderen Menschen geteilt werden können und für jede*n zugänglich sind. Die Einrichtung ist als Kiez-Box bei der Lebensmittelaufsicht registriert und übernimmt Aufsicht, Kontrolle und Reinigungsaufgaben der Abgabevorrichtung und damit auch die Haftung.
Wer darf Lebensmittel spenden oder herausnehmen?
- jede*r darf sich Lebensmittel herausnehmen
- jede*r darf geeignete Lebensmittel spenden (Registrierung notwendig)
- bestimmte sensible Lebensmittel dürfen nicht über die Kiez-Box weitergegeben werden (siehe Spenden-Hinweise für Kiez-Boxen)
- Lebensmittel müssen lebensmittelsicher, also in geeigneten Behältnissen, transportiert werden (ggf. gekühlt)
Voraussetzungen für eine Kiez-Box
- Kiez-Boxen sind bei der bezirklichen Lebensmittelaufsicht registriert
- Abgabevorrichtung steht in geschützten Geschäftsräumen unter Aufsicht
- Öffnungszeiten richten sich nach den Einrichtungen (keine 24/7 Öffnung)
- geschulte Personen der verantwortlichen Einrichtung kontrollieren die Lebensmittel vor der Weitergabe
- gespendete Lebensmittel müssen mit einer rückverfolgbaren Personen-ID in eine Liste eingetragen werden
Wer haftet für die Lebensmittel?
Die Einrichtung übernimmt mit dem Konzept die Verantwortung für die Weitergabe der Lebensmittel. Mit der Einhaltung der in dem Leitfaden genannten Hygiene-Maßnahmen (Kontrolle, Reinigung etc.) werden alle Pflichten als Betreiber*in erfüllt. Es werden Dokumentationslisten über alle präventiven Maßnahmen wie Reinigung, Lebensmittel- und Hygienekontrollen geführt. Für die Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette (z. B. Identifikation von fehlerhaften Chargen oder Maschinerien im Herstellungsprozess) müssen die Personendaten von Spendenden in verschlüsselter Form (ID) aufgenommen werden.
Termine und Workshops
Aktuelle Termine und Workshops rund um die Themen nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwertschätzung finden Sie in unserer Terminübersicht.
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Das Projekt "Berlin is(s)t klimafreundlich" wird von den Senatsverwaltungen für Justiz und Verbraucherschutz sowie Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt aus Mitteln des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 (BEK 2030) gefördert und ist Teil der Berliner Ernährungsstrategie.













