Pilotprojekt Verteilstationen: Lebensmittelverschwendung eindämmen

Stand:
Die Vermeidung von unnötigen Lebensmittelabfällen im Handel und in Privathaushalten kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen leisten. Unser Modellprojekt der Verteilstationen setzt genau an diesem Punkt an.
Gefüllte Verteilstation in Berlin-Lichterfelde
Gefüllte Verteilstation in Berlin-Lichterfelde
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Weggeworfene Lebensmittel stellen eine enorme Ressourcenverschwendung dar. Für die Produktion, Verarbeitung, Lagerung, Kühlung und den Transport müssen Energie, Wasser und Bodenressourcen eingesetzt werden. Zu einer klimafreundlichen Ernährung gehört daher auch, unnötige Lebensmittelabfälle zu vermeiden.

Weiterhin lässt sich durch die Vermeidung von unnötigen Lebensmittelabfällen auch ein beträchtlicher Anteil Geld einsparen. Über die gesamte Wertschöpfungskette landet umgerechnet jedes dritte Lebensmittel ungenutzt in der Tonne. Verbraucher*innen werfen pro Kopf etwa 78 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg, wovon schätzungsweise die Hälfte vermeidbar wäre. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln ist daher sowohl aus ökologischer, ethischer und zunehmend auch aus finanzieller Sicht von Bedeutung.

Ziel der Nationalen Strategie zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Lebensmittelabfälle einschließlich Nachernteverlusten beispielsweise aufgrund von feuchten Lagerungsbedingungen zu verringern.

Pilotprojekt: Weitergabe gespendeter Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen

Die Reduzierung und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist ein wichtiger Teil der Berliner Ernährungsstrategie. In diesem Rahmen hat die Kampagne „Berlin is(s)t klimafreundlich“ in Zusammenarbeit mit der bezirklichen Lebensmittelüberwachung Pankow sowie im Dialog mit weiteren Akteur*innen ein Hygiene-Konzept zur Weitergabe überschüssiger Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen – sogenannten Verteilstationen – nach den Mindestanforderungen des Landes Berlin entwickelt.

Was sind Verteilstationen?

Logo LebensmittelverteilstationVerteilstationen sind in öffentlichen Einrichtungen aufgestellte Kühlschränke/Schränke, in denen Lebensmittel mit anderen Menschen geteilt werden können und für jede*n zugänglich sind. Die Einrichtung ist als Verteilstation bei der Lebensmittelaufsicht registriert und übernimmt Aufsicht, Kontrolle und Reinigungsaufgaben der Abgabevorrichtung und damit auch die Haftung.

Wer darf Lebensmittel spenden oder herausnehmen?

  • jede*r darf sich Lebensmittel herausnehmen
  • jede*r darf geeignete Lebensmittel spenden (siehe Download-Bereich in der Seitenleiste)
  • bestimmte sensible Lebensmittel dürfen nicht über die Verteilstation weitergegeben werden
  • Lebensmittel müssen lebensmittelsicher, also in geeigneten Behältnissen, transportiert werden (ggf. gekühlt)

Wo gibt es Verteilstationen in Berlin?

Auf dieser Übersichtskarte sehen Sie die Standorte aller Pilot-Verteilstationen, die mit Lebensmittelspenden unterstützt werden können. Beim Darüberfahren mit der Maus sehen Sie den Namen der Station und ein Klick auf den Marker zeigt die Adresse und einen Link zur jeweiligen Website an. Dort erfahren Sie auch, wann die Verteilstation geöffnet ist und – abhängig vom Ort – was gerade vorrätig ist.

Die Adressen der einzelnen Verteilstation hier noch einmal im Überblick:

Voraussetzungen für eine Verteilstation

  • Verteilstationen sind bei der bezirklichen Lebensmittelaufsicht registriert
  • Abgabevorrichtung stehen in geschützten Geschäftsräumen unter Aufsicht
  • Öffnungszeiten richten sich nach den Einrichtungen (keine 24/7 Öffnung)
  • geschulte Personen der verantwortlichen Einrichtung kontrollieren die Lebensmittel vor der Weitergabe
  • gespendete Lebensmittel müssen mit einer rückverfolgbaren Personen-ID in eine Liste eingetragen werden

Wer haftet für die Lebensmittel?

Die Einrichtung übernimmt mit dem Konzept die Verantwortung für die Weitergabe der Lebensmittel. Sie führt Dokumentationslisten über alle präventiven Maßnahmen wie Reinigung, Lebensmittel- und Hygienekontrollen. Allein für die Rückverfolgbarkeit entlang der Wertschöpfungskette (Identifikation von fehlerhaften Chargen oder Maschinerien) müssen die Personendaten von Spendenden in verschlüsselter Form (ID) angegeben werden.

Wie lange läuft die Pilotphase?

Die Pilotphase läuft bis Ende des Jahres 2022. In einer ersten Praxisphase wird das entwickelte Konzept bis Winter 2021 in den Einrichtungen getestet. Der Arbeitsaufwand sowie die Menge der Lebensmittelspenden werden dokumentiert und anschließend evaluiert. In einem regelmäßigen Dialogforum (halbjährig) werden die aktuellen Entwicklungen mit beteiligten Akteur*innen diskutiert und das Konzept ggf. angepasst.

Was ist Ziel des Pilotprojekts?

Ziel des Modellvorhabens ist es, ein praktikables sowie sicheres Konzept zu etablieren, welches öffentlichen Einrichtungen eine Hilfestellung und Rechtssicherheit bietet, um öffentliche Lebensmittelrettung im Einklang mit einem hohen Schutzniveau für alle Verbraucher*innengruppen gewährleisten zu können. Alle Beteiligten werden im Dialogprozess einbezogen, sodass sowohl die Strukturen der ehrenamtlichen Lebensmittelretter*innen als auch geltendes EU-Recht sowie der gesundheitliche Verbraucherschutz bedacht werden. Lebensmittelrettungen im Handel und das Teilen von noch genießbaren Lebensmitteln zwischen Verbraucher*innen können viele Lebensmittelabfälle vermeiden und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasmissionen leisten.

Ansprechperson

Für Fragen und Anmerkungen steht unsere Projektmitarbeiterin Frau Hage jederzeit per E-Mail unter hage@vz-bln.de und telefonisch unter 030 214 85-243 zur Verfügung.

Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz aus Mitteln des Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 (BEK 2030) gefördert und ist Teil der Berliner Ernährungsstrategie.

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