Lebensmittelverschwendung eindämmen

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Die Vermeidung von unnötigen Lebensmittelabfällen im Handel und in Privathaushalten kann einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasmissionen leisten. Unser Modellprojekt der Verteilstationen setzt genau an diesem Punkt an.

Foto eines Verteiler-Kühlschranks des Projekts
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Weggeworfene Lebensmittel stellen eine enorme Ressourcenverschwendung dar. Für die Produktion, Verarbeitung, Lagerung, Kühlung und den Transport müssen Energie, Wasser und Bodenressourcen eingesetzt werden. Zu einer klimafreundlichen Ernährung gehört daher auch, unnötige Lebensmittelabfälle zu vermeiden.

Über die gesamte Wertschöpfungskette landet umgerechnet jedes dritte Lebensmittel ungenutzt in der Tonne. Verbraucherinnen und Verbraucher werfen pro Kopf etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg, wovon schätzungsweise die Hälfte vermeidbar wäre. In der Summe sind das jedes Jahr Lebensmittel im Wert von circa 235 Euro pro Person. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln ist also aus ökologischer, ethischer und finanzieller Sicht von Bedeutung.

Ziel der Nationalen Strategie zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Lebensmittelabfälle einschließlich Nachernteverlusten beispielsweise aufgrund von feuchten Lagerungsbedingungen zu verringern.

Verteilstationen
Die Reduzierung und Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist zudem ein wichtiger Teil der Berliner Ernährungsstrategie. In diesem Rahmen hat die Kampagne „Berlin is(s)t klimafreundlich“ in Zusammenarbeit mit der bezirklichen Lebensmittelüberwachung Pankow sowie im Dialog mit weiteren Akteur*innen ein Hygiene-Konzept zur Weitergabe überschüssiger Lebensmittel in sogenannten „Verteilstationen“ entwickelt. Dabei werden in öffentlichen Einrichtungen zugängliche Kühlschränke und Lagerungsmöglichkeiten aufgestellt und gespendete Lebensmittel zur kostenlosen Mitnahme angeboten. Dies wird in einer ersten Praxisphase bis März 2021 in drei kooperierenden Einrichtungen umgesetzt. Die „Begegnungsstätte Mehring-Kiez“ in Kreuzberg, die Heinrich-Böll-Bibliothek Pankow und das Mehrgenerationenhaus „Buntes Haus“ in Hellersdorf haben je eine Verteilstation eingerichtet.

Das entwickelte Konzept soll Betreiber*innen und Verantwortlichen öffentlicher und privater Einrichtungen die Lebensmittelrettung im Einklang mit einem hohen Schutzniveau besonders auch für bedürftige Verbrauchergruppen möglich machen und als Best-Practice-Beispiel für die Eindämmung der Lebensmittelverschwendung durch Weitergabe überschüssiger Lebensmittel in Berlin dienen. Lebensmittelrettungen im Handel und das Teilen von noch genießbaren Lebensmitteln zwischen Verbraucher*innen können viele Lebensmittelabfälle vermeiden und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasmissionen leisten.

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