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Küchenrolle, Taschentücher und Co.: Immenser Verbrauch

Stand:

Der Markt für Papierprodukte aus frischen Fasern wächst rasant. Dagegen nimmt der Absatz von Recycling-Alternativen stetig ab. Ein Siegel bietet ökologische Orientierung, andere Logos erscheinen eher fragwürdig.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hygienepapiere lassen sich nicht recyceln. Deshalb empfehlen wir unbedingt die Nutzung von Recyclingpapier-Produkten.
  • Der Blaue Engel garantiert 100 Prozent Altpapierfasern und ist aus ökologischer Sicht die beste Wahl.
  • Achtung: Lassen Sie sich nicht von exotischen Tieren auf Verpackungen in die Irre führen!
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Küchenrollen und Toilettenpapier, Papiertaschentücher und -servietten verbrauchen die Deutschen inzwischen en masse. Der Verbrauch hat sich auf 19 Kilo pro Kopf im Jahr eingependelt – ein Anstieg von mehr als 40 % im Vergleich zum Jahr 2004. Der Markt für Papierprodukte aus frischen Fasern ist weiterhin groß. Dagegen liegt der Einsatz von Altpapier in der Herstellung mit gut 50 % immer noch weit unter den Mengen von ehemals 75 % Altpapier.

Zudem stammen weit mehr als 40 Prozent der Papierfasern für den deutschen Markt aus Südamerika – auch von ökologisch umstrittenen Plantagen. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, beim Kauf von Hygienepapieren besonders auf die Rohstoffe zu achten. Denn die Fasern sind nach einmaligem Gebrauch für den Papierkreislauf verloren. Deshalb sind aus ökologischer Sicht Produkte aus recyceltem Papier die beste Wahl.

Wer jedoch in Supermärkten und Drogerien nach umweltfreundlichen Produkten Ausschau hält, steht zahlreichen Logos gegenüber.

Aus Umweltschutzgründen besonders empfehlenswert

Logo Blauer EngelBlauer Engel: Mit dem rechtlich geschützten Zeichen sind Verbraucher grundsätzlich auf der sicheren Seite. Die Hersteller erhalten das Siegel nur für einen bestimmten Zeitraum. Hygienepapiere mit dem Blauen Engel werden zu hundert Prozent aus Altpapier gemacht. Der Einsatz von problematischen Farbsubstanzen, chlorhaltigen Bleichmitteln und anderen schädlichen Chemikalien ist verboten. Wer Hygienepapiere aus Altpapier anstelle von Frischfaserpapier wählt, hilft der Umwelt mehrfach. Es wird vor allem die Ressource Wald/Holz geschont, denn für diese Produkte muss kein Baum gefällt werden. Außerdem wird für die Produktion deutlich weniger Wasser und Energie verbraucht, das Abwasser weniger mit schädlichen Stoffen belastet und der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen ist geringer.

Gerade im Hygienepapierbereich sind Produkte aus Recyclingfasern besonders zu empfehlen, da ansonsten wertvolle frische Fasern nach einmaligem Gebrauch für den Rohstoffkreislauf verloren gehen.

Aus Umweltschutzgründen weniger oder nicht empfehlenswert

FSC LogoFSC-Siegel: Hinter FSC (Forest Stewardship Council) verbirgt sich eine internationale, gemeinnützige Organisation, die sich für eine ökologisch und sozial verantwortliche Nutzung von Wäldern einsetzt. Bei FSC-gekennzeichneten Papieren stammen die Holzrohstoffe aus zertifiziertem Holz und aus kontrollierten Quellen oder es wird Altpapier verwendet. Bei der Herstellung werden allerdings keine Umweltkriterien wie beispielsweise Energie- und Wasserverbrauch oder der Einsatz von Chemikalien berücksichtigt. Hygienepapiere mit dem FSC-Zeichen sind deshalb im Vergleich zu Waren, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, weniger empfehlenswert.

Die FSC-Kennzeichnung gibt es sowohl auf Hygieneprodukten, die zu 100 Prozent aus Altpapierfasern hergestellt wurden, als auch auf solchen, die zu einem Teil Altpapierfaser enthalten oder nur aus frischen Zellstofffasern bestehen. Bei einer aktuellen Marktbegehung der Verbraucherzentrale NRW im Sommer 2020 fiel auf, dass unterschiedliche Produktqualitäten mit dem Zeichen angeboten werden und Sie sehr genau hinsehen müssen, wenn Sie z.B. ein wirklich umweltfreundliches Toilettenpapier mit 100 Prozent Recyclingfasern kaufen möchten.

 

PEFC LogoPEFC-Siegel: Das Zeichen steht für ein internationales Zertifizierungssystem von Organisationen aus der Wald- und Holzwirtschaft. Die Papiere mit dem PEFC-Siegel werden aus frischen Holzfasern, die aus zertifizierter Waldwirtschaft stammen, hergestellt. Es kann ein Anteil aus Altpapier beigemischt werden. An die Vergabe sind geringere ökologische und soziale Kriterien geknüpft als beim FSC-Siegel. Die Auszeichnung sagt nichts über die eingesetzten Chemikalien sowie den Energie- und Wasserverbrauch bei der Produktion aus. Hygienepapiere mit dem PEFC-Zeichen sind deshalb im Vergleich zu Waren, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind, weniger empfehlenswert.

Lassen Sie sich nicht von Pandabären oder exotischen Tiermotiven auf Verpackungen in die Irre führen. Ein wirklich umweltfreundliches Hygienepapier trägt das Umweltzeichen Blauer Engel.

Alternative zu Wegwerfprodukten

Wer die Bäume lieber im Wald stehen lassen möchte, statt sich beispielsweise mit ihren Frischfasern die Nase zu schnäuzen, sollte bei Taschentüchern, Küchenrollen und Servietten zu Varianten aus Stoff greifen.

Mehr zum Thema Papier und Umwelt und eine Übersicht über die Vielzahl von Kennzeichen und Labels finden Sie hier.