Warmwasser clever nutzen
Mit einfachen Maßnahmen Energie und Kosten sparen

Warmwasser zählt zu den größten Energieverbrauchern im Haushalt und kann bei hohem Verbrauch erhebliche Kosten verursachen. Schon kleine Veränderungen im Alltag sowie einfache Nachrüstungen mit Sparduschköpfen oder Perlatoren können den Verbrauch senken. Für Eigentümer*innen kommen zusätzlich technische Maßnahmen infrage. Ane Esdohr, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Berlin, erläutert, welche Anpassungen sich lohnen können.
Mit kleinen Maßnahmen dreifache Sparwirkung
Wer Warmwasser einspart, senkt
- die Energiekosten zur Warmwassererwärmung,
- die Kosten für das benötigte Kaltwasser und
- die anfallenden Abwassergebühren auf jeden Kubikmeter verbrauchtes Kaltwasser.
Neben einem bewussten Nutzungsverhalten helfen bereits kleine Anpassungen im Haushalt. Kürzeres Duschen und ein sparsamer Umgang mit warmem Wasser reduzieren den Verbrauch unmittelbar. Zudem können wassersparende Armaturen wie Perlatoren an Wasserhähnen oder Sparduschköpfe einfach in bestehende Systeme eingebaut werden. Diese Maßnahmen sind in der Regel ohne größeren Aufwand umsetzbar und können von nahezu jedem Haushalt genutzt werden.
Wer seine Warmwassernutzung optimiert, entlastet nicht nur den Geldbeutel, sondern schont auch wertvolle Umweltressourcen.
Warmwasser: Oft unterschätzter Energiefresser
Wie sparsam die eigene Dusche ist, verrät ein einfacher Test. Dabei wird ein Zehn-Liter-Eimer bei der üblichen Duscheinstellung gefüllt und die Zeit gestoppt. Ist der Eimer nach 50 Sekunden voll, fließen zwölf Liter pro Minute. Ein sparsamer Duschkopf sollte weniger als neun Liter pro Minute benötigen. Verbraucher*innen sollten sich von Bezeichnungen wie „Eco“ nicht täuschen lassen. Entscheidend ist allein die Literangabe auf der Verpackung.
Auch Duschen ist nicht automatisch sparsamer als Baden: Bei einer Regendusche mit 20 Litern pro Minute fließen in acht Minuten 160 Liter durch den Abfluss . Das ist mehr als bei manchem Vollbad. Entscheidend sind Duschdauer und Durchfluss, nicht allein die Entscheidung gegen die Badewanne.
Wenn größere Investitionen infrage kommen
Neben einfachen Verhaltensänderungen und kostengünstigen Nachrüstmaßnahmen gibt es weitere Möglichkeiten, den Energieverbrauch für Warmwasser zu senken. Diese betreffen die vorhandene Anlagentechnik und sind daher in erster Linie für Eigentümer*innen geeignet. Zudem sind manche Maßnahmen mit höheren Investitionen oder baulichen Anpassungen verbunden.
Zentral oder dezentral: Die richtige Lösung für jedes Zuhause
Häufig wird zwischen einer zentralen und einer dezentralen Warmwasserbereitung unterschieden.
- Bei zentralen Systemen wird das Wasser an einer Stelle im Gebäude erwärmt, in einem Speicher gesammelt und über Leitungen zu Bad und Küche verteilt.
- Dezentrale Systeme erzeugen warmes Wasser direkt an der Zapfstelle, etwa mit einem Durchlauferhitzer oder einem kleinen Speichergerät.
In einem großen Haushalt mit mehreren Personen und einem hohen Warmwasserbedarf ist ein zentrales System meist die wirtschaftlichere Lösung, insbesondere wenn es mit einer modernen Heizungsanlage und erneuerbaren Energien kombiniert wird.
Bei geringem Verbrauch oder einzelnen Zapfstellen mit langen Leitungswegen kann dagegen ein dezentrales System Vorteile bieten, da weniger Energie für die Speicherung und Verteilung des warmen Wassers verloren geht.
Während zentrale Systeme vor allem in Ein- und Mehrfamilienhäusern mit mehreren Nutzenden Vorteile bieten, können dezentrale Lösungen insbesondere in kleineren Haushalten oder bei nachträglich eingerichteten Bädern und Küchen eine energieeffiziente Alternative sein.
Effiziente Technik zahlt sich aus
Haushalte mit veralteten elektrischen Durchlauferhitzern sollten diese durch moderne, elektronisch geregelte Geräte ersetzen. Diese passen ihre Wärmeabgabe automatisch an den tatsächlichen Bedarf an und liefern schneller die gewünschte Wassertemperatur. Gegenüber älteren hydraulischen Modellen verbrauchen sie weniger Wasser und Energie. Ein elektronischer Durchlauferhitzer verbraucht im Vergleich zu einem hydraulischen Gerät zehn bis 20 Prozent weniger Strom.
Bei zentralen Systemen kann die PV-Anlage oder eine solarthermische Anlage die Erwärmung des Trinkwassers unterstützen. In den Sommermonaten kann Solarenergie bis zu 100 Prozent der Trinkwassererwärmung übernehmen, während die Heizungsanlage pausiert.
Verluste vermeiden, Verbrauch senken
Wer Warmwasser zentral bereitstellt, sollte auf eine sehr gute Dämmung von Speicher, Leitungen und Armaturen achten. Denn je höher die Temperatur und je länger das Wasser in den Leitungen vorgehalten wird, desto größer sind die Energieverluste.
Auch Zirkulationsleitungen benötigen zusätzlichen Strom und Wärmeenergie. Ob sich ihr Betrieb optimieren lässt, sollte ein Fachbetrieb unter Beachtung der hygienischen Anforderungen prüfen. Temperaturen und Laufzeiten sollten nicht eigenmächtig abgesenkt werden. Bei selten genutzten Zapfstellen oder langen Leitungswegen kann eine dezentrale elektrische Warmwasserbereitung sinnvoll sein. Ob sich dafür die vorhandene Installation anpassen lässt, muss im Einzelfall geprüft werden.
Bei dezentralen Lösungen wie Durchlauferhitzern liegt der Vorteil darin, dass Wasser nur dann erwärmt wird, wenn es tatsächlich benötigt wird. Dadurch entfallen Speicherverluste. Besonders sinnvoll kann dies bei geringem Warmwasserverbrauch oder langen Leitungswegen sein. Bei der Wahl der Technik zählt also auch, wie viel Energie verbraucht wird, während niemand warmes Wasser braucht.
Fragen zum Thema energiesparender Umgang mit Warmwasser beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem umfangreichen Angebot. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400 sowie in unseren Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Über die Energieberatung der Verbraucherzentrale
Die Energieberatung der Verbraucherzentrale bietet das größte, anbieterunabhängige Beratungsangebot zum Thema Energie in Deutschland. Dank Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium begleitet sie seit 1978 private Verbraucher*innen mit derzeit über 1.000 Energieberater*innen und an mehr als 900 Standorten in eine energiebewusste Zukunft. Im Jahr 2024 wurden weit über 230.000 Privathaushalte zu allen Energie-Themen unabhängig und neutral beraten, beispielsweise zu Energiesparen, Wärmedämmung, moderner Heiztechnik und erneuerbaren Energien.
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