Ist vegane Ernährung für Kinder geeignet?

Stand: 16. Juni 2026

Immer mehr Familien stellen ihre Ernährung auf vegan um. Doch was bedeutet das für die jüngsten Familienmitglieder? Während eine pflanzliche Kost viele Vorteile bietet, birgt sie für Kinder besondere Risiken. Erfahren Sie, auf welche Nährstoffe Sie achten müssen und was die Wissenschaft dazu sagt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Vegane Ernährung birgt für Kinder Risiken: Nährstoffe wie Vitamin B12, Eisen, Calcium und Jod können bei rein pflanzlicher Kost kaum ausreichend zugeführt werden.
  • Vitamin B12 muss bei veganer Ernährung zwingend als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Ein Mangel kann irreversible Entwicklungsstörungen verursachen.
  • Laut VeChi-Youth-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind vegan ernährte Kinder teils schlechter mit Eisen versorgt. Vitamin B12 und Calcium sind bei allen Ernährungsformen ein Problem.
  • Fachleute raten von veganer Kost für Kleinkinder ab. Eine vollwertige Ernährung sollte auch tierische Produkte enthalten.

Warum entscheiden sich Familien für eine bestimmte Ernährungsform?

Es gibt verschiedene Gründe, sich für eine Kostform zu entscheiden. Am wichtigsten ist, ob Kinder mit dieser Ernährung bedarfsgerecht und ausgewogen versorgt werden können.

Während bei einer vegetarischen Ernährung lediglich Fleisch und Fisch vom Essensplan gestrichen sind, essen Veganer zusätzlich weder Milch, Käse, Eier noch Honig. Dafür basiert eine vegane Ernährung auf pflanzlichen Lebensmitteln mit viel Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchten.

Die Verbraucherzentralen stehen dem kritisch gegenüber und empfehlen vegane Kost für Krippen- und Kleinkinder nicht. Es sind detailreiche Kenntnisse über erforderliche Nährstoffkombinationen notwendig, damit bei Kindern keine Mangelerscheinungen zu befürchten sind.

Einige kritische Nährstoffe zeigen wir auf und binden Ergebnisse der VeChi-Youth-Studie der Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) ein, die hierzu recherchiert und ihre Ergebnisse 2020 präsentiert hat.

Kritische Nährstoffe bei einer veganen Ernährung

Die VeChi-Youth-Studie, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), hat die Nährstoffversorgung von Kindern und Jugendlichen untersucht, im Alter von sechs bis 19 Jahren.

Eisen: Laut Studie ist die Eisenversorgung vegan ernährter Kinder bedeutend niedriger als bei Mischköstlern. Der Grund hierfür könnte die vom menschlichen Körper schlechtere Eisenverwertung aus Pflanzen als aus tierischen Produkten sein. Zur Verbesserung der Aufnahme sollten eisenreiche Lebensmittel mit reichlich Vitamin C aufgenommen werden wie Haferflocken mit Obst.

Vitamin B2: Mit diesem Vitamin waren sowohl die vegan und vegetarisch ernährten Kinder, als auch die Mischköslter unterversorgt. Eine höhere Zufuhr erreichen Sie mit grünem Gemüse, Samen und Nüssen sowie Vollkorngetreide.

Vitamin B12: Dieses Vitamin ist nahezu ausschließlich in Lebensmitteln tierischer Herkunft enthalten. Eine Nahrungsergänzung ist laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei einer streng veganen Ernährung unabdingbar. Vitamin B12 ist besonders wichtig für das Nervensystem und die Bildung roter Blutkörperchen. Daher können vor allem Kinder bei einem Mangel langfristige und irreversible Entwicklungsstörungen davontragen.

Calcium: Milch und Milchprodukte enthalten große Mengen dieses Mineralstoffs, der speziell für die Stabilität von Knochen und Zähnen sorgt. Ein Vitamin-D-Mangel kann überdies die Calciumaufnahme verschlechtern. Die VeChi-Youth-Studie zeigt, dass Kinder und Jugendliche – unabhängig von der Ernährungsform – mit beiden Nährstoffen unzureichend versorgt sind. Veganer und Veganerinnen können ihre Zufuhr durch grünes Blattgemüse und ein calciumreiches Mineralwasser (400 mg Calcium pro Liter) sichern.

Jod: Jodmangel ist in der Bevölkerung weit verbreitet, da in erster Linie Seefisch jodreich ist. Verwenden Sie daher ein jodiertes Speisesalz.

Wie sieht eine ausgewogene Kinderernährung laut Ernährungspyramide aus?

Der Blick auf die Ernährungspyramide zeigt, dass für eine vollwertige Ernährung als Basis Gemüse, Obst und Getreide empfehlenswert ist. In Maßen, maximal zwei Mal pro Woche, kann es auch Fleisch geben, und einmal pro Woche Fisch.

Daran sehen Sie, dass eine pflanzlich betonte Ernährung sinnvoll ist, aber nach jetzigen Erkenntnissen eine vollwertige Ernährung auch tierische Produkte enthalten sollte, um einem Nährstoffmangel vorzubeugen.

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